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Baugemeinschaften in Stuttgart

Baugemeinschaften werden immer beliebter. Und: Sie haben eine Vorreiterrolle bei der Wiederentdeckung der Stadt - insbesondere bei der Entwicklung neuer urbaner Stadtteile. Gemeinsames Planen auf einer Parzelle ermöglicht ein individuelles Bauen und ist zugleich eine besondere Form des urbanen Wohnens.

Städtisch wohnen mit Baugemeinschaften

Baugemeinschaften stellen in den größeren deutschen Städten ein wachsendes Marktsegment dar. Sie bilden zwischen dem Investorenwohnungsbau und den Bausparkassen-Modellen gemeinsam mit den wieder erstarkenden Baugenossenschaften und gemeinnützigen Bauträgern eine verbreiterte dritte Säule im Wohnungsmarktgeschehen.

Baugemeinschaften sind auch eine Antwort auf den stadtgesellschaftlichen Wandel: Die demografische Alterung der Stadtgesellschaft erfordert Konzepte und Verfahren, die zur Wahrung des Generationengefüges und antizyklisch zur Umsetzung einer familienfreundlichen Politik beitragen. Es entsteht im mittleren Einkommensbereich eine neue Nachfrage nach Individualität, Dichte, kurze Wege und Gemeinschaft, sprich urbanen Wohnformen.


Baugemeinschaften stellen eine wohnungspolitische Chance dar, die interessierte Bürgerschaft im mittleren Einkommensbereich wieder als "Bauherr" inmitten der Stadt zu gewinnen.
Die Landesregierung in Baden-Württemberg bezeichnet Baugemeinschaften als "modernen Weg zum Wohneigentum". Und auch die Bausparkassen und deren Stiftungen im Land bereiten durch zahlreiche Veranstaltungen und Diskussionsbeiträge diesen wohnungspolitischen Weg. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt dieses Thema mit Nachdruck, nicht zuletzt im Rahmen der Handlungsstrategie urbanWohnen.

Bereits 2004 wurde dem Gemeinderat das Gutachten des Büros LEHEN drei "Neues Urbanes Wohnen in Baugemeinschaften" vorgestellt und zwei Informationsveranstaltungen zu Baugemeinschaften in Stuttgart sowie ein Expertenhearing zu "Wohnwunsch Stuttgart" durchgeführt. Zudem wurden Umzugs- und Lebensstilbefragungen des Statistischen Amts ausgewertet. Darüber hinaus gab es mehrere Anträge verschiedener Gemeinderatsfraktionen, die die Förderung von Baugemeinschaften und das konkrete Grundstücksangebot betrafen.

Erste Planungserfahrungen mit generationenübergreifenden Wohnprojekten wurden im Rahmen der 2006 abgeschlossenen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme auf dem Burgholzhof mit den vier großteils im Mietwohnungsbau geförderten Neubauprojekten Mosaik, Mobile, Gandhi und Wabe gesammelt (insgesamt 100 Wohnungen). Weitere private Initiativen und Projekte für mehr als 80 Wohnungen entstanden mit der Umnutzung der Areale Nudelfabrik (Rohracker) und Schnapsfabrik (Heusteigviertel), mit der Umnutzung von Gebäuden an der Breitscheidstraße (Stuttgart-West) und in der Glockenstraße (Bad Cannstatt) sowie im Neubaugebiet Wolfbusch (Weilimdorf).

Glockenstraße 36, Bad Cannstatt Innenansicht (Großansicht)Innenansicht der Glockenstraße 36, Bad Cannstatt. Quelle: LHS Schnapsfabrik - S-SüdVergrößernAußenansicht der Schnapsfabrik - Stuttgart-Süd. Quelle: LHSAußenansicht der Schnapsfabrik - Stuttgart-Süd. Quelle: LHS Initiative 'Olgäle 2012' im Stuttgarter WestenVergrößernInitiative 'Olgäle 2012' im Stuttgarter Westen. Quelle: LHSInitiative 'Olgäle 2012' im Stuttgarter Westen. Quelle: LHS

Noch viele Standortchancen...

In der aktuellen Zeitstufenliste Wohnen 2010 werden weitere stadteigene Areale und Grundstücke, die sich im städtischen Eigentum befinden, für besondere Wohnformen wie Baugemeinschaften als geeignet angesehen.
Ein Baustreifen auf dem nach zu nutzenden Gelände des heutigen Olgahospitals ("Olgäle 2012", mit derzeit vier Initiativgruppen), ein Grundstück im geplanten Neubaugebiet an der Bernsteinstraße in Heumaden sowie Optionen auf verschiedenen Baufeldern im Stadtteilprojekt "NeckarPark". Aktuell wird die Tauglichkeit von Teilflächen des ehemaligen Schoch-Areals in Feuerbach untersucht. Ebenso sollen Einzelgrundstücke bei der Projektentwicklung am Mineralbad-Berg für Baugruppen reserviert werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass hierbei unterschiedliche Ansiedlungs- und Beteiligungsverfahren zum Zuge kommen, da Initiativformen und Interessenprofile variieren, z. B. das Interesse an Eigentumsbildung oder Mietmodellen, sozialintegrative Ansätze, architektonische Wohnvorstellungen. Die genannten Pilotvorhaben bieten die Möglichkeit, gute Erfahrungen auf die größeren Stadtteilentwicklungen im "RosensteinViertel" zu übertragen.
Neben größeren Arealen stellen auch die zahlreichen Baulücken ein Angebot dar, das bei Verfügbarkeit künftig gezielter am Markt an Baugemeinschaften vermittelt werden sollte.

Das Prinzip Wabe e.V. Integratives Wohnen auf dem BurgholzhofVergrößernDas Prinzip Wabe e.V. Integratives Wohnen auf dem Burgholzhof. Quelle: LHSDas Prinzip Wabe e.V. Integratives Wohnen auf dem Burgholzhof. Quelle: LHS

Standortdaten

Bernsteinstraße (Heumaden)
  • Wohnbaukapazität: ca. 14-20 WE
  • Verfahrensstand: Rahmenkonzept liegt vor, Grundstücksausschreibung in Vorbereitung
  • Baubeginn: Ende 2013
NeckarPark (Bad Cannstatt)
  • Wohnbaukapazität: mind. 100 WE
  • Verfahrensstand: Rahmenkonzept, Baufelder in Vorbereitung
  • Baubeginn: ab 2012/14
Olgahospital (Stuttgart-West)
  • Wohnbaukapazität: 50-70 WE
  • Verfahrensstand: Initiative "Olgäle 2012": Bildung von 7 Baugruppen und einem Mietwohnprojekt, Wettbewerbsauslobung, Rahmenkonzept
  • Baubeginn: ab 2013/14

Standortchancen für Baugemeinschaften in StuttgartVergrößernStandortchancen für Baugemeinschaften in Stuttgart. Quelle: LHSStandortchancen für Baugemeinschaften in Stuttgart. Quelle: LHS

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Auszüge der Broschüre - Bauen in Stuttgart (PDF - 2.089 KB)

www.olgaele2012.de

www.treffpunkt-senior.de

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