Landeshauptstadt versteht sich als Brückenbauer
Kommunen und Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) sind wichtige Akteure auf der internationalen Bühne. So unterstützen lokale Behörden Partner in Entwicklungsländern etwa beim Abfallmanagement, der Stadtplanung oder der örtlichen Sicherheit.
NGOs sind häufig für die Umsetzung verantwortlich. Einige Projekte laufen parallel, weil es noch an Koordination mangelt. Ein Anliegen der Konferenz war es, die Kooperation der Partner stärker zu verzahnen.
"Die Landeshauptstadt versteht sich als Brückenbauer. Aber für uns ist Entwicklungszusammenarbeit keine Arme-Leute-Diskussion", stellte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster klar. "Wir verteilen keine Almosen, es geht uns im wohlverstandenen Sinne auch um eigene Interessen." Stuttgart sei auf den Export angewiesen. "Entwicklungszusammenarbeit kann Ideen für neue Produkte schaffen. Dank globaler Vernetzung lernen wir, wie anderswo Probleme gelöst werden", sagte OB Schuster.
Die Abschlussdiskussion machte deutlich, dass Entwicklungszusammenarbeit an einer Wegscheide steht. Von einem "Momentum der Debatte" sprachen die Teilnehmer. Der Wissenschaftler Prof. Franz Nuscheler verwies auf den "Rechtfertigungsdruck" der Entwicklungszusammenarbeit. "Wenn sie nicht in den Kommunen verankert wird, bin ich pessimistisch für ihre Zukunft." Nuscheler lobte das Engagement Stuttgarts in der internationalen Politik ausdrücklich.
Eine Arbeitsgruppe führte danach den Austausch fort. Abschließend wurden die Ergebnisse in einem Bericht zusammengestellt (siehe Infobox rechts).