Stuttgarter Generationenvertrag

Der Generationenvertrag ist eine Selbstverpflichtung der politisch Verantwortlichen ebenso wie von Organisationen, Vereinen und einzelnen Bürgern, um mit seinen zwölf Zielen die vielfältigen Veränderungen gemeinsam aktiv zu gestalten und die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt zu verbessern.

Die zwölf Ziele

1. Wir wollen den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, von Familien und Alleinerziehenden durch eine kinderfreundliche Stadtgesellschaft besser gerecht werden, indem wir die im Arbeitsprogramm "Kinderfreundliches Stuttgart" beschriebenen fünf Aufgabenfelder konsequent umsetzen.


2. Wir wollen individuell auf die Bedürfnisse der Älteren, ob inländischer oder ausländischer Herkunft, eingehen und sie durch Bildung, Beratung und Hilfen im Alltag unterstützen, damit sie möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in einem sicheren Umfeld führen können.


3. Wir wollen mit vorhandenen und neuen Einrichtungen und gemeinnütziger Organisationen, wie Generationenhäusern, Begegnungsstätten, Bürgerhäusern, Sportvereinen, Gartenbau- und Umweltvereinen, Kulturvereinen, Schulen und Kirchengemeinden, vielfältige Kontaktbörsen schaffen, um neue persönliche Bekanntschaften über die Generationen hinweg zu erleichtern und Patenschaften zu stiften.


4. Wir wollen neue Netzwerke der Eigeninitiative und der Selbsthilfe organisatorisch und materiell gezielt fördern, in denen die Älteren ihre Erfahrungen, ihr Können und Wissen einbringen können.


5. Wir wollen durch die Vernetzung in unseren Stadtbezirken nicht nur neue Chancen für persönliche Beziehungen schaffen, sondern auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Älteren wie die von Kindern und Familien in ihrer Vielfalt, Gegensätzlichkeit und Gemeinsamkeit aufnehmen, indem sich unsere Bezirksämter verstärkt um dieses Miteinander der Generationen vor Ort kümmern.


6. Wir wollen die Bildungsangebote für lebenslanges Lernen fördern, beginnend im Kindergarten, in Schulen, Hochschulen, Bibliotheken, in der beruflichen wie in der kulturellen Bildung, um die notwendige geistige Mobilität von Jung und Alt und das Lernen voneinander und miteinander zu ermöglichen.


7. Wir wollen jedem Jugendlichen eine faire Chance für die Entfaltung seiner Begabungen und für eine angemessene berufliche Qualifikation eröffnen und ihn persönlich in seinem Bemühen um eine gute berufliche Perspektive durch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger fördern.


8. Wir wollen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine familienfreundlichere Arbeitswelt erreichen, um vor allem für junge Frauen das Miteinander von Kind und Karriere zu erleichtern.


9. Wir wollen, dass die Lebenserfahrung Älterer an die Kinder und Jugendlichen weitergegeben wird. Insbesondere wollen wir Unternehmen gewinnen, weniger häufig ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzeitig aus dem Arbeitsleben zu verabschieden und vielmehr ihre Kompetenzen für unsere wirtschaftliche Entwicklung besser zu nutzen.


10. Wir wollen durch Nachhaltigkeit unserer Stadtentwicklung dazu beitragen, auch den nachfolgenden Generationen unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und Umweltschäden soweit wie möglich zu beseitigen.


11. Wir wollen den Verteilungskampf der Generationen, das drohende Gegeneinander von Jung und Alt um materielle Ressourcen, öffentliche Subventionen und Dienstleistungen vermeiden, indem wir uns für eine ausgewogene, faire Ausgabenpolitik und einen konsequenten Schuldenabbau einsetzen.


12. Wir wollen durch viele gute Beispiele deutlich machen, dass es ein persönlicher Gewinn und eine Bereicherung für das eigene Leben ist, wenn man sich für ältere bzw. jüngere Menschen engagiert.

 
 

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