Fassadenbegrünung

Häuser und Wandflächen mit Schling- oder Kletterpflanzen zu begrünen war früher fast selbstverständlich. Heute ist das nicht mehr so. Es kostet aber nicht viel Geld und lohnt sich, denn knapp 40 m² Wandgrün bringen die gleiche "Leistung" wie ein Baum mit fünf Metern Kronendurchmesser oder ein angelegtes Gartenstück von 36 m².

Pflanzfläche

Für Fassadengrün gilt, je größer die Pflanzfläche, desto besser; aber diese Pflanzen kommen noch mit einem Minimum aus. Ein Pflanzloch von etwa 60 cm Tiefe und eine 50 x 50 cm offene Fläche sollte allerdings die unterste Größenordnung sein. Ein Pflanzloch läßt sich fast überall finden und wenn es nur gilt, die Kletterkünstler um die Hausecke herumzuführen, damit sie sich erst dort entfalten können. Vor dem Einfüllen eines guten Pflanzbodens aus verbesserter Gartenerde mit Kompost, Sand und Dauerdünger ist der Untergrund zu lockern und gegen mögliche Staunässe mit einigen losen Schaufeln Kies oder Schottersteinen zu dränieren. Um den Boden nicht direkt mit der Wand in Kontakt zu bringen, empfiehlt sich eine Abweisplatte (Welleternit o.ä.) senkrecht an die Mauer zu stellen.

Selbstklimmer und andere Kletterpflanzen

Will man außer der Pflanzung keine weitere Arbeit haben, so ist eine Pflanzenwahl zwischen Efeu, Wilder Wein und Kletterhortensie als Selbstklimmer zu treffen.

Interessanter ist es, aus dem größeren Sortiment der Kletterpflanzen zu wählen, die einer zusätzlichen Rank- bzw. Kletterhilfe bedürfen. In beiden Gruppen gibt es auch einige wenige immergrüne Arten; deren Einsatz ist besonders vorteilhaft zur Klimaregulierung, Wetterschutzfunktion und Energiesparen am Haus.

Schäden am Putz durch Selbstklimmer sind auszuschließen, wenn der Putz rissfrei an der Fassade angebracht ist. Die Haftorgane können auch nicht ins Mauerwerk hineinwachsen, ihre Funktion gestattet ihnen nur ein Anheften und danach sterben sie ab. Bedeckt nun eine Kletterpflanze eine Wandfläche, so schützt die Laubwand automatisch die dahinterliegenden Putz- und Farbanstriche vor Sonneneinstrahlung (Ultraviolettlicht) und Schlagregen. Das bedeutet eine nachweisbar längere Lebensdauer für Farben, Putze und Mauerwerk. Vorgehängte / verblendete Fassaden sind nicht, oder nur sehr bedingt für eine Begrünung geeignet.

Kletterhilfen

Für alle nicht Selbstkletterer sind Kletterhilfen erforderlich, die sich an den Wuchseigenschaften der verwendeten Pflanzenart orientieren müssen. Hier bieten sich verschiedene Materialien an, die man in Gartencentern, Baumärkten, oder im Haushaltswarenladen um die Ecke erhält, ob es sich nun um das klassische Holzspalier aus Dachlatten oder einen Holzrahmen, der netzartig mit Nylonfäden überspannt wird, handelt. Dauerhafter sind feuerverzinkte Spanndrähte an Ösenschrauben, oder Baustahlmatten, die speziell für diesen Zweck hergestellt werden und feuerverzinkt, mit oder ohne Kunststoffummantelung und farblich angepaßte Kletterhilfe leisten.

Alternativen

Für spezielle Situationen sind unter Umständen als Alternativen für die klassische Wandbegrünung einjährige Kletterpflanzen sowie Spalierobst an Rankgerüsten und geschnittenen Heckenschilde eine Überlegung wert.