Stiftskirche

"Stuttgart hat seine Stiftskirche wieder", titelten die Medien bei der Wiedereröffnung der größten und ältesten Kirche im Herzen der Landeshauptstadt am 13. Juli 2003. Nach vier Jahren Bauzeit können sich die Besucher nun an den vielfach erstmals gezeigten Kunstwerken der Gotik freuen und staunend den Blick in die kühne Deckenkonstruktion richten. Die neue Decke mit abgehängten Glassegeln streckt und vertikalisiert den Raum. Die Kirchenfenster gestaltete der Künstler Professor Hans Gottfried von Stockhausen neu. Bei der Renovierung stieß man auf bedeutende Ausgrabungen: Gräber unter dem seitherigen Kirchenboden. Archäologen förderten erstmals Belege dafür zu Tage, dass es eine Besiedlung lange vor der um 950 datierten Anlage des Stutengartens gab. Zwei alemannische Gräber weisen in das siebte oder achte Jahrhundert.

Die Renovierungsarbeiten in Höhe von rund 13,6 Millionen Euro wurden mit 2,7 Millionen von Stadt, Land und Denkmalstiftung unterstützt, mit rund 3 Millionen Spendengeldern und 7,9 Millionen Euro Kirchenmitteln finanziert. Bereits um 1175 wird der Vorgängerbau der Stiftskirche, eine romanische Kirche erwähnt. Ihren Namen verdankt sie Graf Ulrich I., der ca. 1240 den Bau "stiftete". Zu dieser Zeit wurde die einschiffige Dorfkirche zu einer spätromanischen dreischiffigen Basilika umgebaut. Die württembergischen Grafen und Familien fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Unter Chor und Sakristei befinden sich räumlich getrennte Grabkammern.

Stiftskirche bei NachtVergrößern
Stiftskirche bei Nacht. Foto: Uli Kraufmann
 
 

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