Die Anfänge
Eislaufen hat in Stuttgart eine lange Tradition. Schon Ende des 19. Jahrhunderts schnallten "Eiskavaliere" auf der Waldau ihre Schlittschuhe an und schoben ihre Damen in Holzschlitten über die spiegelglatte Fläche. Dies war damals eine so genannte Spritzeisbahn, der Tennisplatz des Tennis- und Eislaufclubs (TEC) Waldau.
In den 30er- und 40er Jahren revolutionierte das Kühlmittel die Technik und die ersten Kunsteisbahnen entstanden. Aber erst 1961 baute der TEC-Waldau mit Hilfe der in Stuttgart stationierten Amerikaner und deren schweren Baggern zu Bodenbearbeitung eine Freiluft-Eissportanlage. Auf dem Gelände des heutigen Eissport-Zentrums entstand eine Eisfläche von 30 mal 60 Metern, die Kunsteisbahn Waldau. Schnell entwickelte sie sich zum beliebten Treffpunkt der Stuttgarter Bevölkerung. Auf Schlittschuhen bei Außentemperaturen von über Null Grad Celsius über eine künstliche Eisfläche zu gleiten war schon eine kleine Sensation.
Die Stadt Stuttgart übernahm am 6. Dezember 1962 die Kunsteisbahn Waldau, da die hohen Betriebs- und Personalkosten für den TEC-Waldau als Betreiber nicht mehr tragbar waren.
Die zweite Eisfläche - die erste Halle
Die kommenden Jahre standen ganz im Zeichen des Eissports. Die Vereine verzeichneten steigende Mitgliederzahlen, der Eishockeyclub (EHC) Stuttgart wurde 1968 gegründet. Bald konnte die einzige Eislaufbahn Besuchern und Sportlern nicht mehr genug Platz beziehungsweise ausreichende Lauf- und Übungszeiten bieten. Die Arbeitsgemeinschaft eissportbetreibender Vereine (ARGE) Stuttgart, ein Zusammenschluss des TEC-Waldaus, der SERC und des Sportvereins Degerloch (heute tus Stuttgart Eissport e.V.), baute deshalb unter der Federführung des TEC-Waldau 1967 eine zweite Eisfläche von 58 mal 28 Metern. Nun konnten sich Hobby-Eiskunstläufer und Profis auf über 3.400 Quadratmetern sportlich tummeln. Doch es gab noch ein Problem. Unter freiem Himmel waren die Schlittschuhläufer auch weiterhin der Witterung ausgesetzt: Regen, starker Laubfall und eisiger Schnee verdarben dem Publikum den Spaß und zwangen die Sportler regelmäßig zum Abruch ihres Trainings.
1977 nahm die Stadt das Dach über der Eislauffläche 1 (Eishockeyhalle) in Angriff, außerdem ließ sie Betonstufen errichten, die bis zu 3.100 Zuschauern einen Stehplatz sicherten. Das Betriebsgebäude wurde ausgebaut und die technische Anlage erneuert. Etwa 3000 Sportbegeisterte feierten am 27. Dezember 1977 die Halleneröffnung.
Eine zweite Halle für alle
Die Stadt Stuttgart beschloss 1983 die Lauffläche 2 (Holzhalle) mit einer geschlossenen, beheizten Holzfachwerkkonstruktion zu überbauen. Dadurch konnte die Eislaufsaison verlängert werden und die Eisbahnbesucher durften sich über verbindliche Öffnungszeiten freuen. Für die Eis- und Rollkunstläufer eröffneten sich darüber hinaus zusätzliche Trainingsmöglichkeiten. Genau sechs Jahre nach Inbetriebnahme der überdachten Lauffläche 1 am 27. Dezember 1983 nutzen die ersten Besucher die neue Halle (Lauffläche 2).
Bis heute gibt es in Baden-Würrtemberg außer der Eislaufhalle 2 auf der Waldau nur noch eine vollklimatisierte Eislaufhalle im Herzogenriedpark in Mannheim.
Neuer Name, neues Betriebsgebäude und Halle 1 im neuen Gewand
Seit dem 13. November 2011 hat das "Eissport-Zentrum Waldau" einen neuen Namen und zwar: "Eiswelt Stuttgart".
Am 13. November 2011 eröffnete die Eiswelt Stuttgart nach dem Umbau mit einem neu gebauten Betriebsgebäude und einer komplett sanierten Halle 1 den Betrieb. Stuttgart besitzt seit dem zwei vollklimatisierte Eislaufhallen.