Technik/ Eisbereitung

Die technische Anlage

Die technische Anlage der Eiswelt Stuttgart funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank. Pro Eisfläche steht ein Behälter mit dem flüssigen Kühlmittel Ammoniak zur Verfügung.

Dieses wird in die insgesamt 66 Kilometer langen gewundenen Rohrleitungen in den Betondecken unterhalb der Eisfläche bei bis zu Minus 15 Grad Celsius eingeleitet. Der Druck des Ammoniaks wird reduziert, es geht trotz niedriger Temperatur in einen gasförmigen Zustand über. Dabei entzieht es der Umgebungsluft Wärme, das Wasser auf der Eisbahn gefriert. Zwei Kompressoren saugen das gasförmige Ammoniak an, erhitzen es auf etwa 180 Grad Celsius und leiten es in einen Kondensator ein. Unter Zuleitung von kaltem Wasser verflüssigt sich das Ammoniak darin wieder und gibt dabei Wärme an das Wasser ab. Das erwärmte Wasser wird für die Duschen und Heizungen genutzt. Das flüssige Ammoniak fließt in die Ursprungsbehälter zurück.

Die Kühlkreislauf läuft für jede Eissporthalle separat ab. Der Eismeister kann das Eis unterschiedlich temperieren und so seine Konsistenz bestimmen. Eishockeyspieler brauchen eine sehr harte, Minus acht Grad Celsius kalte Eisfläche damit der Puck richtig flitzt. Eiskunstläufern dagegen reicht eine Minus zwei Grad Celsius kalte Eisdecke.


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Überprüfung der Heizanlage durch den Eismeister. Bild: Neidlinger
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Auf dem Dach der Eiswelt Stuttgart befindet sich ein Teil der Lüftungstechnik und die Solaranlage. Bild: Neidlinger
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Maschinenhaus der Eiswelt Stuttgart. Bild: Neidlinger

So wird das Eis bearbeitet

Die Eiswelt Stuttgart verfügt über zwei Eislaufbereitungsmaschinen im Wert von je 80.000 Euro. Damit werden die etwa vier Zentimeter dicken Eisflächen nach jeder Laufzeit (alle zwei Stunden) beziehungsweise Trainingseinheit neu präpariert. Die Maschinen führen dabei drei Arbeitsgänge gleichzeitig aus:

  • Eisfläche abhobeln
  • Etwa 48 Grad Celsius heißes Wasser aus den jeweila 1.000 Liter fassenden Wassertanks auftragen
  • Verteilen des heißen Wassers und ausbessern der Oberfläche.
Die Eisbearbeitungsmaschine präpariert die Eisfläche für die Eisstockschützen zusätzlich mittels einer so genannten Rieffenegge. Ähnlich wie eine Egge auf dem Feld rauht diese mit ihren kleinen Messerchen das Eis auf, damit der Eisstock nicht wegrutscht.

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Eismeister bei der Arbeit mit dem Ice-Edger. Bild: Neidlinger
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Ice-Edger. Bild: Neidlinger
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Eismaschine von hinten. Bild: Neidlinger
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Eismaschine. Bild: Neidlinger
 
 

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