Trägerprofil: Eltern-Kind-Gruppen

Eltern-Kind-Gruppen haben viele Gesichter

Eltern-Kind-Gruppe sind private Initiativen von Eltern, die sich zusammengefunden haben, um die außerfamiliäre Betreuung und Erziehung ihrer Kinder selbst zu organisieren. Dadurch nehmen die Eltern ihr im Grundgesetz gemäß Artikel 6 Absatz 2 verankertes Recht auf Erziehung wahr. Sie übernehmen ehrenamtlich Verantwortung für die Gestaltung der pädagogischen Konzepte, sowie die Organisation und Verwaltung der jeweiligen Eltern-Kind-Gruppe. Die aktive Übernahme von Erziehungsverantwortung auch im außerfamiliären Bereich stärkt und fördert die Kinder in ihrer Entwicklung durch die enge Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Fachpersonal.

Aus der Selbstverwaltung heraus ergeben sich große Mitbestimmungs- und -gestaltungsmöglichkeiten bis in den Gruppenalltag hinein. Innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen werden die Größe der Einrichtung, die Öffnungszeiten, die Gruppenstruktur und der pädagogische Alltag von den Bedürfnissen und pädagogischen Vorstellungen der Eltern und der Erzieher bestimmt. Entsprechend vielfältig sind die Konzeptionen der einzelnen Gruppen entsprechend unterschiedlich die Altersstrukturen und Gruppengrößen.

Eltern-Kind-Gruppen sind Orte für Kinder

Kinder brauchen Orte, die sich an ihren Bedürfnissen und Wünschen orientieren und ihren Selbstbildungsprozess fördern. Orte, die ihnen Raum geben zu spielen, zu toben und zu experimentieren, sich zu streiten und sich wieder vertragen zu können. Orte an denen die Kinder ihre individuellen kognitiven, sprachlichen, motorischen, kreativen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten weiter entwickeln können. Orte, an denen die Kinder Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln und ein soziales Miteinander erleben und erlernen können. Kinder unterschiedlicher kultureller Herkunft, behinderte und nicht behinderte Kinder, Jungen und Mädchen, Kinder und Erwachsene können hier zusammenleben und erfahren was Mitsprache, Mitbestimmung und Eigenverantwortung ganz konkret im Alltag bedeuten.

Eltern-Kind-Gruppen sind Orte für Eltern

Eltern bietet sich die Chance, ihre Wünsche, Vorstellungen und Probleme mit anderen Eltern auszutauschen und konkrete Unterstützung und Entlastung im Familienalltag zu erfahren. Viele Probleme relativieren sich im Gespräch mit anderen oder es können durch den Erfahrungsaustausch Lösungsstrategien entwickelt werden.

Eltern profitieren von der intensiv gelebten Erziehungspartnerschaft mit dem pädagogischen Fachpersonal, von den Auseinandersetzungen um die Inhalte der pädagogischen Arbeit und dem Erfahrungsaustausch untereinander und können dadurch ihre Erziehungskompetenzen stärken. Eltern-Kind-Gruppen sind daher Chance und Herausforderung zugleich.

Eltern-Kind-Gruppen sind Orte für Familien

Die wachsende Mobilität im Berufsalltag bringt es mit sich, dass junge Eltern häufig weder Bekannte noch Verwandte haben, auf deren Unterstützung sie bei der Kinderbetreuung zurückgreifen können. Auch die steigende Anzahl an "Kleinfamilien" beziehungsweise "Teilfamilien" bringt es mit sich, dass Familien oft isoliert und auf sich gestellt leben. So wachsen viele Kinder mit immer weniger Kindern in der Nachbarschaft oder in der Verwandtschaft auf. Der intensive Kontakt der ganzen Familie zu der Einrichtung fördert die Integration und erleichtert Kindern und Eltern den Schritt in die Fremdbetreuung .

Ein Ziel der Eltern-Kind-Gruppen ist, die Bedürfnisse der Eltern und diejenigen der Kinder zu vereinbaren. Gemeinsame Veranstaltungen, Freizeiten, Feste und vieles mehr runden die Aktivitäten ab und helfen die Isolation der Kleinfamilie zu überwinden. So bieten Eltern-Kind-Gruppen Freiräume für beide Seiten.

 
 

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