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Trägerprofil: Waldorf-Vereine

Der Waldorfkindergarten

Die freien Waldorfschulen (Rudolf-Steiner-Schulen) haben seit Jahrzehnten auf die entscheidende Bedeutung der Erziehung in den ersten sieben Jahren des Kindes hingewiesen. In der Erziehung des Waldorfkindergartens sind grundlegende Erfahrungen gesammelt worden, welche Rolle dem Kindergarten in der Zeit vor der Schule zukommen muss, damit für den ganzen Lebenslauf eine Grundlage für Gesundheit und individuelle Willensentfaltung gelegt wird. Theoretisch und praktisch ist sein Modell ein Beispiel durchgeführter, ständig weiterentwickelter Bildungsreform.

Weitere Informationen gibt es unter:

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Nachahmendes Lernen

Der Waldorfkindergarten führt Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren zu einer allseitigen Entwicklung der körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte, ohne den Einseitigkeiten der Verfrühungen Raum zu geben, die heute vielfach zum Schaden der Kinder an ihnen ausexperimentiert werden.

Die Individualität jedes Kindes, gleichgültig aus welcher sozialen oder gesellschaftlichen Schicht es stammt, wird besonders geachtet; seine Eigenaktivität wird behutsam gestärkt und im Zusammenhang mit der ganzen Gruppe zu spontaner Bestätigung und sozialer Einstellung geführt.

Das pädagogische Grundprinzip ist das nachahmende Lernen, das sich durch liebevolle, Vorbild gebende Tätigkeit des Erziehers (Kindergärtnerin) individuell entfaltet. Dabei werden die diesem Lebensalter feindlichen Tendenzen einer autoritären Führung wie auch einer antiautoritären Führungslosigkeit vermieden.

Weil sich die Anlagen und Fähigkeiten des kleinen Kindes noch ganz im Kontakt mit dem Menschen entwickeln, weil es sich mit den Dingen und Geschehnissen völlig identifiziert, wird seine Umgebung möglichst umfassend als Bereich nachzuahmender Tätigkeiten ausgestaltet.

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Prinzipien der Erziehung

Die Verständigung und das Zusammenleben mit den Eltern gewinnt durch die prägende Kraft aller Umwelteinflüsse eine zentrale Bedeutung, die über die Fürsorge für das einzelne Kind hinausgeht. So erhält der Kindergarten seinen gesellschaftlichen, kulturellen Rang innerhalb der umfassenden Erziehungsfrage.

Die im Kindergarten tätigen Mitarbeiter richten den Erziehungsraum für die nachahmende Betätigung des Kindes so ein,

  • dass sinnvolle und überschaubare Tätigkeiten vom Kinde erlebt und nachgeahmt werden können - so werden Intelligenz und Verstehen im Zusammenhang von Erleben und Tun gefördert
  • dass die Kinder durch Erzählungen und durch darstellende Spiele (zum Beispiel Märchenspiele) eine differenzierte und kultivierte Sprache aufnehmen - so werden im Zusammenhang von Bewegung und Gebärde durch die Sprache Erleben und differenziertes Ausdrucksvermögen als Grundlage der schulischen Lernbereitschaft ausgebildet
  • dass das Kind durch das Vorbild des Erziehers moralische Qualitäten in sein Erleben und Tun aufnimmt - so verbindet es sich mit Moralischem, ohne dass dieses als Regel und Vorschrift von außen beengend wirkt
  • dass durch einfache Gestaltung des Spielmaterials die innere Aktivität der kindlichen Phantasie und des gestaltenden Tuns angeregt wird
  • dass das Kind in rhythmischer Wiederholung die Feste des Jahreskreislaufes singend, spielend, im Reigen und in der Raumgestaltung vorbereitet, mitgestaltet und schließlich mit den Eltern feiert - so werden in freudigem Tun Begriffe, Werte und gesundende Elemente der Lebensgestaltung lebensvoll veranlagt
  • dass das Kind durch künstlerische Bestätigungen (einfaches malerisches und plastisches Gestalten, Singen, Eurythmie, Reigen, Bewegung) in seinen Erlebnis- und Gestaltungskräften gefördert wird
  • dass das Kind durch freies Spiel im Zusammenwirken mit anderen Kindern individuell ausgestalten lernt, was es an Fähigkeiten (Intelligenz, Phantasie, Erleben, manuelle Beherrschung, soziales Verhalten und so weiter) erworben hat
  • dass das Kind zum langsam bewusst werdenden Gefühl für seine soziale Umgebung, für die Spannungen und Verantwortungen innerhalb der Gruppe - und damit auch innerhalb seiner gesellschaftlichen und familiären Lebenssituation - erweckt wird und es zu bewältigen lernt

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Die Gruppen

Diese Prinzipien gelten allgemein für die Erziehung der drei- bis sechsjährigen Kinder. Bei den fünf- und sechsjährigen Kindern ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass sie Ihre Fähigkeiten und Tätigkeiten mit einer stärkeren Kraft willentlicher Führung durchdringen. Das kann innerhalb der altersgemischten Gruppe, aber auch durch zeitweise Herausgliederung der älteren Kinder, geschehen. Die Größe der Gruppen liegt im allgemeinen bei etwa 20 Kindern. Die meisten Kindergärten sind an allen Werktagen von 7.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. An vielen Kindergärten werden auch Nachmittags- oder Spielgruppen geführt. Weitere Einrichtungen und Differenzierungen können sich aus den Lebensverhältnissen der aufgenommenen Kinder ergeben.

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Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird durch regelmäßige Elternabende gepflegt, auf denen vor allem die geistig-seelisch-leibliche Entwicklung des Kindes, seine musische und sprachliche Förderung sowie Fragen der Ernährung, der Kinderkrankheiten, des Spielzeugs und so weiter besprochen werden. Die Bedeutung der Märchen und Geschichten zu besprechen, aus geistigen Hintergründen neue Traditionen für die christlichen Feste des Jahres zu begründen, in Verbindung mit den Naturvorgängen der Jahreszeiten und der menschlichen Arbeit, sind ein wesentlicher Teil der allgemeinen Kulturaufgabe des Kindergartens. Hausbesuche dienen der Vertiefung des Kontaktes mit den Eltern und dem umfassenden Verständnis für das Kind.

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