Stuttgart-Süd

Der 1956 in seiner heutigen Form entstandene Stadtbezirk Stuttgart-Süd mit Heslach und Kaltental ist voller Kontraste:

Kaltental

Kaltentals Ursprung liegt in einer kleinen Siedlung, die sich an die im frühen 12. Jahrhundert erbaute gleichnamige Burg anschloss. Die Herren von Kaltental waren zeitweise auch Burggrafen in Stuttgart. Die Burganlage, schon 1318 an Württemberg verkauft, wurde im frühen 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgetragen. Allein die ehemalige Meierei aus dem Jahr 1551 erinnert noch an die Burg, an deren Stelle sich heute die katholische St. Antonius-Kirche erhebt. Kaltental, das 1922 nach Stuttgart eingemeindet wurde, wird heute von gepflegter kleinteiliger Wohnbebauung geprägt. Werner Veits Lied von der "Anna Scheufele aus Kaltental" gab übrigens dem jährlich stattfindenden Kaltentaler Heimatfest seinen Namen.


Wohnhäuser in einem Tal zwischen herbstlichen BäumenVergrößern
Blick auf Kaltental. Foto: Christian Hass

Heslach

Heslach dagegen war nie eigenständig und wurde von Stuttgart aus als Vorort besiedelt. Erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, leitet sich der Name Heslach vom Haselstrauch ab, der an den Ufern des Nesenbachs einst zu finden war. Landwirtschaft mit Weinbau und Mühlen bestimmte lang das Bild, bis sich Ende des 19. Jahrhunderts auch Großbetriebe ansiedelten, wie die Trikotfabrik Benger, das Camerawerk Contessa oder die Brauerei Stuttgarter Hofbräu. Vor allem aber wurde Heslach zum Stuttgarter Arbeiterwohnort. Aus Anlass des 25jährigen Kronjubiläums von König Karl von Württemberg trug es ab 1889 vorübergehend den Namen Karlsvorstadt. Sehenswert sind das Alte Feuerwehrhaus, die Matthäuskirche, das Generationenhaus Heslach der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung und der Heslacher Friedhof mit der Benckendorff-Kapelle. Ein Höhepunkt in jedem Jahr ist die seit 1973 jährlich stattfindende Heslacher Hocketse, das älteste Stuttgarter Straßenfest, für das der Begriff "Hocketse" einst erfunden wurde.

Blick auf Häuser, im Vordergrund ein Sportplatz, in der Mitte eine Kirche, im Hintergrund eine bewaldete AnhöheVergrößern
Blick auf Heslach. Foto: Christian Hass

Mietshäuser und Villen

Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Stuttgarter Stadterweiterung nach Süden die Lücke in der Bebauung zu Heslach geschlossen. Hohen Mietshäusern in der Talsohle stehen an den Hängen bürgerliche Wohnhäuser mit reich geschmückten Fassaden und Villen gegenüber. Grüne Oasen bilden die Karlshöhe mit der Villa Gemmingen und dem Städtischen Lapidarium, der Weißenburgpark mit dem Teehaus sowie der Fangelsbachfriedhof mit seinen alten Grabmalen und der im Jugendstil gehaltenen Markuskirche.

runder Pavillon mit Säulen, davor Tische und StühleVergrößern
Teehaus im Weißenburgpark. Foto: Christian Hass

Verkehrswege

Während der Nesenbach, nur in einem kleinen Abschnitt wieder oberirdisch, auf rund 4,5 Kilometer Länge durch den Stadtbezirk fließt, verläuft die Bundesstraße 14 glücklicherweise einen Großteil ihres Wegs im Tunnel. In Kontrast zum neuen Verkehrsweg steht die steile Alte Weinsteige, seit dem 14. Jahrhundert eine wichtige Verkehrsverbindung nach Tübingen. An ihre Stelle trat im frühen 19. Jahrhundert die von Etzel errichtete Neue Weinsteige.

Straße mit älteren Wohnhäuser und parkenden AutosVergrößern
Burgstallstraße, ehemals B 14 - Durchfahrt stadteinwärts. Foto: Christian Hass

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