Aktueller Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt Stuttgart
Seit 2000 ist der Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt Stuttgart verbindlich. Er löste den Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbandes Stuttgart ab. Nach dessen Auflösung stand die Stadt Stuttgart vor der Aufgabe, einen Flächennutzungsplan aufzustellen, der auf ihre spezielle Situation als Kernstadt der Region Stuttgart zugeschnitten ist.
Die Stadt Stuttgart hat mit ihrer einzigartigen topografischen Lage und der gewachsenen, überschaubaren Siedlungsstruktur besondere Voraussetzungen für die Stadtentwicklung.
Der aktuelle Flächennutzungsplan basiert im Wesentlichen auf folgenden Leitbildern:
Vorrang der Innenentwicklung
- das heißt Verzicht auf größere Neubauflächen und eindeutiger Vorrang der die Mobilisierung von Bauflächenpotenzialen im Bestand. Dabei stehen planerische Grundsätze wie zum Beispiel qualifizierte Dichte, Nutzungsmischung und Polyzentralität im Vordergrund.
Die Umnutzung von Konversionsflächen und das Städtebauprojekt Stuttgart 21 sind dabei beispielhafte Schwerpunkte für diese Innenentwicklung. Die Innenentwicklung ist auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung in Stuttgart.
Ziel ist es, im Sinne einer funktionierenden Flächenkreislaufwirtschaft, eine stadtverträgliche Nutzung/ Umnutzung und gegebenenfalls Nachverdichtung vorhandener Wohn-, Misch und Gewerbegebiete zu erreichen und brachliegende bzw. untergenutzte Flächen möglichst rasch einer Wiedernutzung zuzuführen.
Je mehr es gelingt, die großen Bauflächenpotentiale im Bestand zu mobilisieren, desto geringer muss der Umfang der neu zu erschließenden Flächen am Siedlungsrand sein.
Integration Stadt-Landschaft
- das heißt Ausstattung städtischer Lebensräume mit Grün-, Frei- und Erholungsflächen und Vernetzung der Grünräume im Siedlungsbestand, zum Beispiel durch Grünkorridore und Grünsanierungsbereiche im bebauten Bereich, und die Verknüpfung mit der freien Landschaft.
Stadtlandschaft bedeutet immer ein von Spannungen geprägtes Nebeneinander von gebauter Stadt und Freiräumen.
Im Außenbereich soll auf den Flächen für Landwirtschaft (LE) neben der landwirtschaftlichen Nutzung, den natürlichen Regenerationsprozessen für Boden, Klima und Wasser vor allem den Nutzungsanforderungen der Erholung und des Arten- und Biotopschutzes entsprochen werden.
Durch diese meist gegensätzlichen Nutzungsansprüche entstehen Konflikte, die es zu lösen gilt.
Stadtverträglicher Verkehr
- das heißt Verkehrsvermeidung durch sinnvolle Nutzungszuordnung, Sicherung des notwendigen Wirtschaftsverkehrs, Veränderung des Modal Split zugunsten der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und Verkehrsberuhigung zum Schutz sensibler Nutzungen in der Stadt, insbesondere des Wohnens.
Zwischen Siedlungsentwicklung und Verkehrsaufkommen besteht ein ursächlicher Zusammenhang. Die Entwicklung des Stadtverkehrs ist eine entscheidende Größe für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt. Wichtiges Anliegen des FNP 2010 ist dabei die integrierte Gesamtschau dieser für die Stadtentwicklung wichtigen Einzelkomponenten.
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