Aktueller Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt Stuttgart

Stuttgart hat mit seiner einzigartigen topografischen Lage und der gewachsenen, überschaubaren Siedlungsstruktur besondere Voraussetzungen für die Stadtentwicklung.
Die Flächennutzungsplanung befasst sich mit der generellen räumlichen Planung und den Entwicklungszielen der Stadt.

Der Flächennutzungsplan (FNP) beinhaltet die Darstellung der beabsichtigten Art der Bodennutzung und stellt wichtige Standortentscheidungen zusammenhängend für das gesamte Stadtgebiet dar.

Der aktuelle Flächennutzungsplan basiert im Wesentlichen auf folgenden Leitbildern:

  • Die Innenentwicklung hat Vorrang
    Das heißt Verzicht auf größere Neubauflächen und eindeutiger Vorrang der Mobilisierung von Bauflächenpotenzialen im Bestand. Dabei stehen planerische Grundsätze wie zum Beispiel qualifizierte Dichte, Nutzungsmischung und Polyzentralität (Stadt der kurzen Wege) im Vordergrund.

    Die Umnutzung von Konversionsflächen und das Städtebauprojekt Stuttgart 21 sind dabei beispielhafte Schwerpunkte für diese Innenentwicklung. Die Innenentwicklung ist auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung in Stuttgart.

    Ziel ist es, im Sinne einer funktionierenden Flächenkreislaufwirtschaft, eine stadtverträgliche Nutzung/ Umnutzung und gegebenenfalls Nachverdichtung vorhandener Wohn-, Misch und Gewerbegebiete zu erreichen und brachliegende bzw. untergenutzte Flächen möglichst rasch einer Wiedernutzung zuzuführen.

    Je mehr es gelingt, die großen Bauflächenpotentiale im Bestand zu mobilisieren, desto geringer muss der Umfang der neu zu erschließenden Flächen am Siedlungsrand sein.
     
  • Integration Stadt-Landschaft
    Das heißt Ausstattung städtischer Lebensräume mit Grün-, Frei- und Erholungsflächen und Vernetzung der Grünräume im Siedlungsbestand, zum Beispiel durch Grünkorridore und Grünsanierungsbereiche im bebauten Bereich, und die Verknüpfung mit der freien Landschaft.

    Stadtlandschaft bedeutet immer ein von Spannungen geprägtes Nebeneinander von gebauter Stadt und Freiräumen.

    Im Außenbereich soll auf den Flächen für Landwirtschaft neben der landwirtschaftlichen Nutzung, den natürlichen Regenerationsprozessen für Boden, Klima und Wasser vor allem den Nutzungsanforderungen der Erholung und des Arten- und Biotopschutzes entsprochen werden.

    Durch diese meist gegensätzlichen Nutzungsansprüche entstehen Konflikte, die es zu lösen gilt.
     
  • Stadtverträglicher Verkehr
    Das heißt Verkehrsvermeidung durch sinnvolle Nutzungszuordnung, Sicherung des notwendigen Wirtschaftsverkehrs, Veränderung des Modal Split zugunsten der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und Verkehrsberuhigung zum Schutz sensibler Nutzungen in der Stadt, insbesondere des Wohnens.

    Zwischen Siedlungsentwicklung und Verkehrsaufkommen besteht ein ursächlicher Zusammenhang. Die Entwicklung des Stadtverkehrs ist eine entscheidende Größe für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt. Wichtiges Anliegen des FNP ist dabei die integrierte Gesamtschau dieser für die Stadtentwicklung wichtigen Einzelkomponenten.

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