Max Horkheimer

Wer im Stadtpark in Zuffenhausen spazieren geht, könnte mit Max Horkheimer in Berührung kommen. Dort steht ein Brunnen, der dem berühmten Stuttgarter gewidmet ist. Ein Stein-Gesicht, umrahmt von Moos, lugt fragend unter den Wasserströmen hervor. Die Welt hinterfragend - so könnte man den Philosophen Max Horkheimer charakterisieren. Neben Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Erich Fromm und Friedrich Pollock war er der führende Kopf der sogenannten Frankfurter Schule.

 


Leben und Werk

Am 14. Februar 1895 wurde Horkheimer als Sohn eines jüdischen Fabrikanten in Stuttgart, in der Militärstraße 19, geboren. Seine Schulzeit am Dillmann-Gymnasium brach er bereits mit 15 Jahren ab, um als Lehrling in der Textilfabrik seines Vaters mitzuarbeiten. Dort machte er zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Kapitalismus, den er später immer wieder kritisierte.

Mit 22 Jahren wurde Horkheimer Soldat. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte er seine in Stuttgart begonnene Schulkarriere in München fort. Sein Studium der Philosophie und Psychologie absolvierte er in München, Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main. 1923 folgt seine Promotion an der Frankfurter Universität. Horkheimer habilitierte sich 1925 mit einer Arbeit über Kant, heiratete kurze Zeit später und wurde mit 35 Jahren Direktor des "Instituts für Sozialforschung" und Professor für Sozialphilosophie.

1934 mussten Horkheimer und seine Institutskollegen ins Exil nach Amerika emigrieren und fanden Unterschlupf an der New Yorker Columbia University. Dort schrieb Horkheimer zusammen mit Adorno seine berühmte Schrift "Dialektik der Aufklärung". In den USA erschien diese bereits 1947, in Deutschland dagegen erst knapp 20 Jahre später. Nach 15 Jahren Exil kehrte Horkheimer 1949 nach Frankfurt am Main zurück. Nur wenige Monate später konnte er "sein" Institut wiedereröffnen.

Nach seiner Emeritierung lebte Horkheimer im Tessin, in Montagnola. Dort starb er 78-jährig am 7. Juli 1973. Sein umfangreiches Werk beschäftigt sich mit der "Kritischen Theorie" der Gesellschaft, insbesondere mit der kritischen Sicht auf den Kulturbetrieb. Kant und vor allem Schopenhauer waren ihm prägende Vorbilder.

Für Stuttgart hat Max Horkheimer eine besondere Bedeutung: Er bekam 1970 als Erster die Bürgermedaille der Landeshauptstadt. Im Jahr 2005 feiert die Stadt den 110. Geburtstag des Philosophen.

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