Arnulf Klett

Stuttgarter Oberbürgermeister von 1945 - 1974

Ein "Schaffertyp" - so wird Arnulf Klett, der fast drei Jahrzehnte Oberbürgermeister der Landeshauptstadt war, oft beschrieben. Einer seiner damals engsten Mitarbeiter, Rolf Thieringer, schrieb über ihn: "Er war jemand, der selbst mit anpackte." Ob das nun bei der Trümmerbeseitung im zerstörten Nachkriegs-Stuttgart war, beim Neuaufbau der Stadt oder in seiner Arbeit als Oberbürgermeister - Arnulf Klett gilt als Mann der Tat.

"Zum Zweck meiner Geburt hat sich meine Mutter nach Stuttgart begeben", pflegte Klett über seine Heimatstadt zu sagen, in der er am 8. April 1905 geboren worden war. Oberbürgermeister wurde er 14 Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Dem Dritten Reich hatte er kritisch gegenüber gestanden, was ihm schon zu Anfang der braunen Diktatur wochenlange Inhaftierung und Schutzhaft auf dem Heuberg eingebracht hatte.

Als Oberbürgermeister der Nachkriegszeit setzte Klett alles daran, in Stuttgart die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Er ließ neue Wohnungen bauen und sicherte die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Gas und Wasser.

Der Ausbau des modernen Nahverkehrs, der Bau des Neckarhafens und die Entwicklung des Stuttgarter Flughafens zählen ebenfalls zu seinen Verdiensten. Er legte Wert auf die Nähe zu seinen Bürgern und gilt heute als einer der populären Oberbürgermeister Stuttgarts. Eine Besonderheit kennzeichnet den Prominenten: Er war nie Mitglied einer Partei, weder vor 1945 noch später.

Klett hatte ursprünglich geplant, seine Amtszeit 1977 mit der dritten Bundesgartenschau und einem funktionierenden öffentlichen Nahverkehrssystem abzuschließen. Doch der Tod nahm ihm die Zügel aus der Hand. 70-jährig, in seinem 30. Amstjahr, starb Klett am 14. August 1974 an Herzversagen und Lungenembolie. So lange wie Arnulf Klett war bisher kein anderer Oberbürgermeister im Amt.

Arnulf Klett. Foto: Burghard Hüdig
Arnulf Klett. Foto: Burghard Hüdig