Kindertagesbetreuung

Kindertagesbetreuung unterstützt und ergänzt die Erziehung und Bildung in der Familie und hilft Eltern dabei, Berufstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können. Die Angebote orientieren sich pädagogisch und organisatorisch weitgehend an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien und zielen auf die Förderung der Entwicklung der Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten (§ 22 Sozialgesetzbuch VIII).

Die Jugendhilfeplanung befördert in Zusammenarbeit mit allen Trägern der Kindertagesbetreuung den bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsangebote, aktuell insbesondere der Angebote für 0- bis 3-Jährige. Dabei wird die jeweilige Versorgungs- und Bedarfssituation in den Stadtteilen ebenso berücksichtigt wie der Anspruch, in allen Stadtteilen eine möglichst breite Vielfalt an Trägern und Betreuungskonzepten anzubieten.

Formen der Kindertagesbetreuung

  • Kindertageseinrichtungen

    In Stuttgart gibt es eine große Auswahl an Betreuungsmöglichkeiten und Trägerkonzepten in insgesamt über 593 Tageseinrichtungen für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. Neben den 182 städtischen Einrichtungen gibt es 411 Einrichtungen in freier Trägerschaft. Hierzu gehören Kindertageseinrichtungen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, Eltern-Kind-Gruppen, Waldorfeinrichtungen, Montessorieinrichtungen und Einrichtungen sonstiger freier Träger. Die täglichen Öffnungszeiten variieren von bis zu 6 Stunden mit oder ohne Mittagessen bis hin zu 8 bis 10 Stunden mit Früh-/ Spätbetreuung. Zusätzlich zu den öffentlich zugänglichen Kindertageseinrichtungen gibt es eine zunehmende Anzahl an Betriebskindertagesstätten, die den Kindern der Mitarbeiter/-innen der jeweiligen Firmen zur Verfügung stehen.
  • Schulkindbetreuung

    Schüler/-innen der Klasse 1 - 4 können sowohl in Kindertageseinrichtungen mit Plätzen für Schulkinder oder in Schülerhorten direkt an Schulen betreut werden. Hierbei handelt es sich in der Regel um eine ganztägige Betreuung mit einem Mittagessensangebot. Im Betreuungsangebot "Verlässliche Grundschule" variieren die Betreuungszeiten je nach Grundschule, teilweise ist auch ein Mittagessensangebot enthalten.

    Im Jahr 2011 hat der Stuttgarter Gemeinderat einen Zielbeschluss für die neue konzeptionelle Ausrichtung der Betreuungsangebote für Grundschulkinder gefasst. Dieser beinhaltet, dass die Betreuung der Grundschulkinder sukzessive bis zum Jahr 2018 in (teil-)gebundenen Ganztagesgrundschulen erfolgen soll. Als verbindliche Vorstufe zu Ganztagesschulen werden Schülerhäuser eingerichtet (vgl. GRDrs 417/2012). Schülerhäuser bieten ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagesplätzen während der Schulzeit. In den Ferien kann analog den Hortöffnungszeiten eine ganztägige Betreuung dazu gebucht werden. Die Standards bezüglich Personalausstattung, Mittagessen und pädagogischer Arbeit orientieren sich an den Angeboten der Horte.

    Zunehmend werden die Schülerhorte an Schulen in Schülerhäuser umgewandelt oder die Schule entwickelt sich zur Ganztagesschule.
Informationen über die Angebote der Kindertagesbetreuung finden Sie unter


Gremien/Vernetzung/Kooperation

Handlungsfeldkonferenzen "Kindertagesbetreuung" in allen Stadtbezirken

  • Planungsrunden mit den Kindertageseinrichtungen in allen Stadtbezirken
  • Trägerkonferenz Kindertagesbetreuung
  • Trägerkonferenz Kindertagespflege


Aktuelle Entwicklungsthemen

Entwicklung und Ausbau der Kindertagesbetreuung in Stuttgart

Mit der Gemeinderatsvorlage GRDrs 916/2016 hat die Verwaltung dem Jugendhilfeausschuss am 13. Februar 2017 den jährlichen Bericht zur Entwicklung der Kindertagesbetreuung in Stuttgart vorgelegt.

Im Vergleich zum Vorjahr 2015 gibt es 641 Plätze mehr für Kinder unter 3 Jahren und rund 2.000 Plätze mehr als im Jahr 2012. Der Versorgungsgrad im Kleinkindbereich liegt zum Stand 01.03.2016 bei insgesamt 42,6 % und bei den GT-Angeboten bei 35,6 %. Aufgrund des Anstiegs der Kinderzahlen in den letzten beiden Jahren ist der Versorgungsgrad trotz eines deutlichen Platzzuwachses nicht so stark gestiegen, wie noch in den Jahren vor 2014.

Der zentrale Wartelistenabgleich im Jahr 2016 ergab, dass in Stuttgart von einer notwendigen durchschnittlichen Versorgung von rund 62 % der Kleinkinder auszugehen ist, um den vorhandenen Bedarf abdecken zu können.

Durch die in den letzten Haushalten und in den einzelnen unterjährigen Sachstandsberichten beschlossenen Vorhaben, die sich zum Teil noch in der Umsetzung befinden, kann in den nächsten Jahren - je nach der weiteren Entwicklung der Kinderzahlen - ein Versorgungsgrad von ca. 55 % erreicht werden. Voraussetzung ist, dass sich die Vorhaben alle wie geplant umsetzen lassen.


Beschlussvorlage Gemeinderat: