2003 - Dipl. Ing. Arno Fern (gest.)

Arno Fern wurde am 8. Mai 1938 in Fürth geboren. Er starb am 3. Juli 2015.

Kurz nach seiner Geburt später zog die Familie nach Stuttgart, wo der Vater ein Textilunternehmen eröffnete. Während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur flüchtete die Mutter mit Sohn und Tochter nach Frankereich zu Verwandten. Versteckt im Kloster Monsac in Südfrankreich überlebten sie die Schreckensherrschaft. Der Vater, als Staatenloser aus Deutschland ausgewiesen, flüchtete zunächst nach Polen und dann in die Sowjetunion. Nach dem Ende des Krieges kehrte er nach Polen zurück. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Israel wurde die Familie wieder in Deutschland ansässig.

Arno Fern studierte an der technischen Hochschule Berlin. Er schloss sein Studium 1966 als Wirtschaftsingenieur ab. Nach seiner Rückkehr nach Stuttgart übernahm er den Textilgroßhandel seines Vaters und begann ehrenamtlich in der jüdischen Gemeinde mit zu arbeiten, viele Jahre als Vorstandsmitglied. Seit 1990 ist er Geschäftsführer in der Israelitischen Religionsgemeinschaft. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Arno Fern war seit 1970 Mitglied der Repräsentanz und - bis 1991 - ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Israelitische Religionsgemeinschaft. 1991 gab er die ehrenamtliche Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft satzungsgemäß auf, um sich als hauptamtlicher Geschäftsführer noch mehr um die Belange der israelitischen Religionsgemeinschaft kümmern zu können. Darüber hinaus ist Arno Fern seit dem Tod seines Vaters ehrenamtlicher Synagogenvorsteher der jüdischen Gemeinde Stuttgart. Er widmet sich den Sorgen und Nöten der aus dem Osten neu zugewanderten Juden und Jüdinnen und hilft diesen Menschen sich in der Stadt und im Land zu integrieren.

Arno Fern hat zudem Funktionen in den verschiedenen jüdischen Vereinigungen inne. Er setzt sich - nicht zuletzt in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit - dafür ein, das Judentum in seinen vielen religiösen, kulturellen und sozialen Ausprägungen und Facetten der nichtjüdischen Öffentlichkeit nahe zu bringen.