Anti-Gewalt-Training

Das Anti-Gewalt-Training der Jugendgerichtshilfe ist ein Angebot an mehrfach mit Gewaltdelikten auffällig gewordene männliche Jugendliche und Heranwachsende. Themenschwerpunkte sind Gewalt und Aggression, Opfer und Täter, Provokationen, Konfliktsituationen und Konfliktlösungsstrategien.

Die Jugendgerichtshilfe klärt mit den jungen Menschen zuvor die Teilnahmevoraussetzungen ab und schlägt dann in der Hauptverhandlung dem Gericht vor, das Anti-Gewalt-Training als Weisung auszusprechen. Eine freiwillige Teilnahme, ohne Urteil, ist, unter bestimmten Voraussetzungen, nach individueller Absprache möglich.

Für junge Menschen mit akuter Drogen- und Alkoholabhängigkeit, psychischen Erkrankungen und gravierenden Defiziten im sprachlichen und kognitiven Bereich ist keine Teilnahme möglich. Dasselbe gilt für Personen, die Gewalt ausschließlich in Beziehungen/Partnerschaft oder im Familienkontext ausüben.

Ziel des Anti-Gewalt-Trainings ist die Befähigung der jungen Menschen, Gewalt als Handlungsstrategie abzulehnen, das Erlernen von sozial adäquaten Konfliktlösungen und die Befähigung, zukünftig ein Leben ohne Straftaten zu führen.

Das Anti-Gewalt-Training wird in Form eines Gruppentrainings durchgeführt. Es werden bis zu acht junge Menschen aufgenommen. Der Kurs umfasst bis zu 16 wöchentliche Gruppentreffen, Dauer 3,5 Stunden pro Woche. Zu Beginn finden zwei ganztägige Einführungsveranstaltungen (samstags) statt. Zudem gibt es in der ersten Kurshälfte an einem Wochenende einen Erlebnispädagogischen Tag. Insgesamt erstreckt sich der Kurs über einen Zeitraum von annähernd fünf Monaten und umfasst zirka 80 Kursstunden.

Inhalte:

  • Auseinandersetzung mit der Straftat und Verantwortungsübernahme für die Tat und ihre Folgen,
  • Auseinandersetzung mit den individuellen Gewaltauslösern und den Rechtfertigungsstrategien
  • Einüben von alternativen Handlungsstrategien zur Bewältigung kritischer Lebenssituationen
  • Reflektion der Opferperspektive
Dazu kommen Fragebögen, Plakatarbeit, Rollespiele, Videoarbeit und Übungen mit dem so genannten "heißen Stuhl". Ergänzend zur Gruppenarbeit werden je nach Bedarf Einzelgespräche angesetzt.

Unterthemen

 
 

Mehr zum Thema