Anti-Gewalt-Training

Das Anti-Gewalt-Training der Dienststelle ambulante Maßnahmen der Jugendhilfe im Strafverfahren ist ein Angebot an mehrfach mit Gewaltdelikten auffällig gewordene männliche Jugendliche und Heranwachsende. Themenschwerpunkte sind Umgang mit Gewalt und Aggression, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Opfer- und Täterperspektive, Kommunikations-, Konfliktfähigkeit und Konfliktlösungsstrategien.

Die Beratungszentren klären mit den jungen Menschen zuvor die Teilnahmevoraussetzungen ab und schlagen dann in der Hauptverhandlung dem Gericht vor, das Anti-Gewalt-Training als Weisung auszusprechen. Eine freiwillige Teilnahme, ohne Urteil, ist unter bestimmten Voraussetzungen, nach individueller Absprache möglich. Für junge Menschen mit akuter Drogen- und Alkoholabhängigkeit, psychischen Erkrankungen und gravierenden Defiziten im sprachlichen und kognitiven Bereich ist keine Teilnahme möglich. Dasselbe gilt für Personen, die Gewalt ausschließlich in Beziehungen/Partnerschaft oder im Familienkontext ausüben.

Ziel des Anti-Gewalt-Trainings ist die Befähigung der Gruppenteilnehmer, in der eigenen Biographie Entstehungsbedingungen für die eigene Gewalttätigkeit zu erkennen, zur Gewalt alternative Handlungsstrategien zu erlernen, eigene Stärken zu erkennen und zu entwickeln, eigene Schwächen zu akzeptieren, die Steigerung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, das Erlernen von sozial adäquaten Konfliktlösungen und  zukünftig ein Leben ohne Straftaten als erstrebenswert zu betrachten.

Das Anti-Gewalt-Training wird in Form eines Gruppentrainings durchgeführt. Es werden bis zu acht junge Menschen aufgenommen. Das obligatorische Einzelgespräch dient der Information über den Kurs und der Teilnehmerauswahl. Der Kurs umfasst bis zu 20 Trainingseinheiten, mit einer Dauer von 3 Stunden pro Einheit. Es kann bis zu 3 Gruppentreffen pro Woche geben. Zudem gibt es in der ersten Kurshälfte an einem Wochenende einen erlebnispädagogischen Tag. Insgesamt erstreckt sich der Kurs über einen Zeitraum von ca. vier Monaten und umfasst etwa 70 Kursstunden.

Inhalte:

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie,
  • Auseinandersetzung mit der Straftat und Verantwortungsübernahme für die Tat und ihre Folgen,
  • Auseinandersetzung mit den individuellen Gewaltauslösern und den Rechtfertigungsstrategien,
  • Einüben von alternativen Handlungsstrategien zur Bewältigung kritischer Lebenssituationen,
  • Reflektion der Opferperspektive.
Dazu kommen Fragebögen, Plakatarbeit, Rollenspiele, Videoarbeit und Übungen. Ergänzend zur Gruppenarbeit werden je nach Bedarf Einzelgespräche angesetzt.

Die Kontaktdaten finden Sie auf dem Faltblatt Anti-Gewalt Training - Wege zu einem gewaltfreien Leben (PDF).

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