Strahlung

Allgemeines

Strahlen werden von unterschiedlichsten Quellen ausgesandt. Diese können künstlicher oder natürlicher Art sein. Sie treten auf bei der Arbeit, in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich sowie in der Medizin, der Technik und der Forschung.

 

Strahlenart Strahlenquelle
Sichtbares Licht Sonne, Feuer, sehr heiße Gegenstände
Infrarot (IR) - Licht Sonne, Feuer, warme und heiße Gegenstände
UV-Licht Sonne, UV-Lampen
Laser-Licht CD-Spieler, Disco-Laser-Show, Laserpointer
Röntgenstrahlen Röntgenröhre, Fernsehbildröhre

Gammastrahlen

radioaktive Stoffe, Kernreaktoren
Alphastrahlen radioaktive Stoffe
Betastrahlen radioaktive Stoffe
Neutronenstrahlen Kernreaktoren
elektromagnetische Strahlen Radargeräte, Rundfunk-/Fernsehsender, Mobilfunkstadionen, Handy

Zum Schutz gegen gesundheitliche Gefahren werden für die unterschiedlichen Strahlenarten Grenzwerte festgelegt, bei deren Einhaltung schädliche Einwirkungen nicht zu befürchten sind.

Mobilfunk, Handy

Beim Betrieb von mobilen Telefongeräten wie Handys entstehen elektromagnetische Wellen beziehungsweise Felder oder Strahlen. Maßgebend für deren biologische Wirkung ist die vom Körper aufgenommene Strahlungsleistung (SAR-Wert). SAR steht für "Spezifische Absorbtions-Rate". Für Handys liegt der SAR-Grenzwert bei 2 Watt / kg Körpergewicht. Die gemessenen SAR-Werte gängiger Handy-Modelle liegen meist weit unter diesem Grenzwert. Strahlungsarme Handys können mittlerweile auch das Umweltzeichen "Blauer Engel" erhalten.

Bereits vor dem Kauf kann man sich Informationen über Abstrahlwerte von aktuellen Handy-Modellen beschaffen. Die Internetseiten der Handy-Hersteller und entsprechende Internetforen geben Modell bezogen Auskunft über die Strahlenbelastung.

Informationen zu Forschungsprojekten und Forschungsergebnissen zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit" bieten das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sowie das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF).

Mobiltelefone müssen den vom Rat der Europäischen Union festgelegten Grenzwerte (SAR-Grenzwert von 2 Watt / kg) für die Abgabe elektromagnetischer Felder einhalten. Dieser Grenzwert ist für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland im Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG) festgeschrieben. Zuständig für den Vollzug dieses Gesetzes ist die Bundesnetzagentur.

Sendefunkanlagen, Mobilfunkantennen

Die Errichtung und der Betrieb ortsfester Sendefunkanlagen unterliegen der Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchV). Diese Verordnung legt die Grenzwerte der elektrischen und magnetischen Feldstärken für den jeweiligen Frequenzbereich einer Anlage fest. Für den Betrieb einer Anlage ist eine Standortbescheinigung erforderlich. Diese wird nur dann erteilt, wenn beim Betrieb einer Anlage unter Berücksichtigung bereits bestehender anderer ortsfester Sendefunkanlagen die Grenzwerte eingehalten werden, das heißt wenn schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionschutzgesetzes nicht zu befürchten sind.

Standortbescheinigungen werden ausgestellt von der Bundesnetzagentur. Unter deren Internetauftritt können online-Recherchen über die Lage von Standorten ortsfester Funkanlagen sowie über die Ergebnisse ortsbezogener Messungen durchgeführt werden.

Die Zulässigkeit der Aufstellung ortsfester Sendefunkanlagen richtet sich darüber hinaus auch nach den baurechtlichen und bauplanungsrechtlichen Bestimmungen. Hierfür zuständig ist das Baurechtsamt.

Das Amt für Umweltschutz, Abteilung Gewerbeaufsicht, ist zuständige Überwachungsbehörde für bestehende Anlagen.

Medizinischer Bereich

Elektromagnetische Felder, Röntgenstrahlen oder Alpha-, Beta- und Gammastrahlung werden in der Medizin (Nuklearmedizin, Strahlentherapie) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken am Patienten eingesetzt. Anforderungen, die bei der Herstellung von Medizinprodukten für die vorgesehene Verwendung zu beachten sind, sind beschrieben im Gesetz über Medizinprodukte. Bestimmungen über das Betreiben und die Anwendung dieser Medizinprodukte enthält die Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Schutzbestimmungen über die Strahlenbelastung der Patienten, der Umwelt und des medizinischen Personals enthalten die Strahlenschutzverordnung und die Röntgenverordnung.

Zuständige Behörde ist das Regierungspräsidium.

Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz gelten für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Arbeitnehmern staatliche und unfallversicherungsrechtliche Vorschriften (um Beispiel das Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung oder berufsgenossenschaftliche Vorschrift "Grundsätze der Prävention"). Sie wenden sich in der Regel an den Arbeitgeber. Dieser hat grundsätzlich die Arbeit so zu gestalten, dass Gefährdungen vermieden oder auf ein zuträgliches Maß reduziert werden. Darüber hinaus hat er darauf zu achten, dass nur geeignete Arbeitsmittel bereit gestellt und diese bestimmungsgemäß verwendet werden.

Spezielle Arbeitsschutzbestimmungen zum Bereich Strahlung enthalten unter anderem folgende Vorschriften:

  • Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung
  • Berufsgenossenschaftliche Vorschrift Laserstrahlung (BGV B2)
  • Berufsgenossenschaftliche Vorschrift elektromagnetische Felder (BGV B11)
  • Berufsgenossenschaftliche Regel elektromagnetische Felder (BGR B11)
  • Strahlenschutzverordnung
  • Röntgenverordnung

Für die Überwachung der Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen ist das Amt für Umweltschutz, Abteilung Gewerbeaufsicht zuständig - bei den Bereichen Strahlenschutzverordnung und Röntgenverordnung das Regierungspräsidium.

Weitere Informationen

Umweltzeichen "Blauer Engel"
Abstrahlwerte gängiger Handy-Modelle
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)
Bundesnetzagentur