Notaufnahmeheim für Kinder und Jugendliche und Mutter-Kind-Gruppe

Die zentrale, stationäre Notaufnahmeeinrichtung des Jugendamtes der Landeshaupstadt Stuttgart ist ganzjährig an jedem Tag und rund um die Uhr geöffnet. Sie ist als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Krisen erreichbar. Für die Sozialen Dienste bietet die Einrichtung ein stationäres Clearings- und Trainingsprogramm für Mütter mit Kindern, zu Fragestellungen des Kinderschutzes und der Erziehungsfähigkeit.

Die Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen erfolgen getrennt nach Alter in zwei Gruppen:

Eduard-Pfeiffer-Gruppe

Die Eduard-Pfeiffer-Gruppe bietet die Inobhutnahme und Notaufnahme mit elf Plätzen für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahre

  • Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch
  • Versorgung von Kindern wenn die Eltern ausfallen
  • Abklärung des Bedarfs an weiteren Hilfen in Absprache mit den Sozialen Diensten
  • sozialpädagogische und psychologische Beratung
  • Begleitung auf dem Weg in Zukunftsperspektiven

Jugendschutzgruppe

Die Jugendschutzgruppe bietet die Inobhutnahme und Notaufnahme mit zehn Plätzen für Jugendliche beiderlei Geschlechts im Alter von 14 bis 18 Jahre

  • 24-stündige Beratung und Betreuung von Jugendlichen in Not- und Krisensituationen
  • Schutz der Jugendlichen vor Gewalt und Missbrauch
  • getrennte Aufnahmebereiche für Jungen und Mädchen
  • Entlastung von Eltern in krisenhaften Erziehungssituationen
  • Aufnahme, Betreuung und Beratung von Jugendlichen die von der Polizei aufgegriffen werden
  • Abklärung des Bedarfs an weiteren Hilfen in Absprache mit den Sozialen Diensten
  • sozialpädagogische und psychologische Beratung

Mutter-Kind-Gruppe

Seit Januar 2008 besteht innerhalb der Einrichtung eine stationäre Mutter-Kind-Gruppe, die ausschließlich über die Sozialen Dienste des Jugendamtes und unter detaillierten Fragestellungen zur Sicherung des Kindeswohles beziehungsweise des Kinderschutzes und der Erziehungsfähigkeit der Mütter oder Eltern belegt werden kann. Der Aufenthalt in dieser Gruppe ist grundsätzlich auf drei Monate beschränkt.

Julie-Pfeiffer-Gruppe

Die Julie-Pfeiffer-Gruppe (Mutter-Kind-Gruppe) bietet drei stationäre Plätze für die Aufnahme von jungen Müttern mit Kind (0 bis maximal 6 Jahre) in schwierigen Lebenssituationen.

Notaufnahmen analog der Kinder- und Jugendgruppen sind hier nicht möglich. Die Aufnahme erfolgt ausschließlich im Rahmen eines Kontraktes zwischen Sozialen Diensten, der Mutter und den Mitarbeiterinnen der Julie-Pfeiffer-Gruppe. Der Aufenthalt ist auf maximal drei Monate beschränkt und ist abhängig vom jeweiligen Auftrag der Sozialen Dienste des Jugendamtes und der Bereitschaft der Mütter zur Mitarbeit.

Dies kann sein:

Clearing:

Klärung von Ressourcen der Mütter beziehungsweise Väter im Hinblick auf die Sicherung des Kindeswohles oder Kinderschutzes und zur Ausübung der elterlichen Sorge als Grundlage für die Hilfeplanung der Sozialen Dienste, gegebenenfalls auch zur Vorbereitung familienrechtlicher Entscheidungen. Die Clearingphase ist auf die Dauer einer Woche beschränkt.

Mutter-Kind-Training:

Nach einem Clearing kann gegebenenfalls ein gezieltes Training für drei Monate stattfinden. Inhalt des Trainings ist die praktische Unterstützung der Mütter oder Väter hinsichtlich Versorgungssicherheit und Sicherung des Kindeswohles beziehungsweise Kinderschutzes auf Dauer und die Vermeidung einer Fremdunterbringung des Kindes.

Diese Unterstützung ist zeitlich und inhaltlich in Modulen strukturiert. Sie ist abhängig von den jeweiligen Schwerpunkten der Hilfeplanung. Im Fokus stehen dabei die Stärkung der Erziehungsfähigkeit und die Festigung vorhandener Ressourcen der Mütter oder Väter.

Bearbeitung von Fragen der Bindungstheorie, der Entwicklungspsychologie und der Erziehungsfähigkeit sind konzeptioneller Bestandteil des Trainings.

Über Anschlusshilfen entscheiden die Sozialen Dienste.