Notaufnahmebereich für Kinder und Jugendliche und Julie-Pfeiffer-Gruppe

Die zentrale, stationäre Notaufnahmeeinrichtung des Jugendamtes der Landeshaupstadt Stuttgart ist ganzjährig an jedem Tag und rund um die Uhr geöffnet. Sie ist als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Krisen erreichbar. Für die Sozialen Dienste bietet die Einrichtung zudem ein stationäres Clearings- und Trainingsprogramm für Mütter mit Kindern, zu Fragestellungen des Kinderschutzes und der Erziehungsfähigkeit.

Eduard-Pfeiffer-Gruppe

  • Zielgruppe: Kinder und Jugendliche (weiblich/männlich) zwischen 0 und ca. 14 Jahren in Krisenfällen und bei (drohender) Kindeswohlgefährdung
  • Angebot: Ad-hoc-Inobhutnahme und Krisenintervention rund um die Uhr; gruppenpädagogisches Setting, teilweise begleiteter Umgang im Rahmen von Besuchsnachmittagen
  • Arbeitsschwerpunkte: Grundversorgung und Sicherung des Kindeswohls; Beratung, Mitwirkung bei der Rückführung und Vermittlung von Hilfen
  • Platzzahl: 11 (teilweise Geschlechtertrennung)

Jugendschutzgruppe

  • Zielgruppe: Jugendliche (weiblich/männlich) zwischen 14 und 18 Jahren in Krisenfällen und bei (drohender) Kindeswohlgefährdung
  • Angebot: Ad-hoc-Inobhutnahme und Krisenintervention rund um die Uhr; gruppenpädagogisches Setting, Erstanlaufstelle für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF)
  • Arbeitsschwerpunkte: Grundversorgung und Sicherung des Kindeswohls; Beratung, Mitwirkung bei der Rückführung und Vermittlung von Hilfen
  • Platzzahl: 16 (5 Plätze ausschließlich für Mädchen/junge Frauen - räumlich getrennt) sowie 8 Plätze in zwei Außenwohnungen (für UmF/außerhalb der Kernerstr.)

Julie-Pfeiffer-Gruppe

  • Zielgruppe: minderjährige/volljährige Mütter und deren Kinder in schwierigen Lebenssituationen (Kindeswohlgefährdung)
  • Angebot: zeitlich begrenztes Clearing (1 Woche) und Training (bis zu 3 Monaten), sowie Umgangsbegleitung für Mütter mit ihren Kindern in Krisensituationen
  • Arbeitsschwerpunkte: Möglichkeiten Entwicklungspsychologischer Beratung (EPB) - videogestützt - ergänzen die Arbeit mit Müttern und Kindern
  • Platzzahl: 3 (wobei immer nur 1 Platz für Clearing zur Verfügung steht)

Dies kann sein:

Clearing:

Klärung von Ressourcen der Mütter beziehungsweise Väter im Hinblick auf die Sicherung des Kindeswohles oder Kinderschutzes und zur Ausübung der elterlichen Sorge als Grundlage für die Hilfeplanung der Sozialen Dienste, gegebenenfalls auch zur Vorbereitung familienrechtlicher Entscheidungen. Die Clearingphase ist auf die Dauer einer Woche beschränkt.

Mutter-Kind-Training:

Nach einem Clearing kann gegebenenfalls ein gezieltes Training für drei Monate stattfinden. Inhalt des Trainings ist die praktische Unterstützung der Mütter oder Väter hinsichtlich Versorgungssicherheit und Sicherung des Kindeswohles beziehungsweise Kinderschutzes auf Dauer und die Vermeidung einer Fremdunterbringung des Kindes.

Diese Unterstützung ist zeitlich und inhaltlich in Modulen strukturiert. Sie ist abhängig von den jeweiligen Schwerpunkten der Hilfeplanung. Im Fokus stehen dabei die Stärkung der Erziehungsfähigkeit und die Festigung vorhandener Ressourcen der Mütter oder Väter.

Bearbeitung von Fragen der Bindungstheorie, der Entwicklungspsychologie und der Erziehungsfähigkeit sind konzeptioneller Bestandteil des Trainings.

Über Anschlusshilfen entscheiden die Sozialen Dienste.