Gesundheitsbeeinträchtigungen in Innenräumen

In unseren Breitengraden verbringen wir einen sehr hohen Anteil - nämlich ca. 90 Prozent - unserer Lebenszeit in Innenräumen. Davon entfallen etwa zwei Drittel auf die Wohnräume. Und davon wiederum halten wir uns die meiste Zeit im Schlafzimmer auf. Bereits eine relativ geringe Belastung von Innenräumen mit Schadstoffen kann deshalb durchaus zu einer erheblichen inhalativen, das heißt durch Einatmung aufgenommenen Schadstoffdosis führen.

Was sind Innenräume

Nach einer Definition des Sachverständigenrates für Umweltfragen werden unter Innenräumen alle Wohnräume vom Keller bis zum Dachstuhl verstanden, ebenso alle öffentlichen Gebäude wie Kindergärten, Schulen, Sporthallen, Krankenhäuser. Auch alle Arbeitsräume wie Büros und Läden zählen dazu, ebenso die Innenräume von Kraftfahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wer hält sich in Innenräumen auf?

Im Gegensatz zum Arbeitsplatz halten sich in Innenräumen auch Personengruppen auf, die als besonders empfindlich gelten wie zum Beispiel Kinder und alte und/oder kranke Menschen. Da das Verhältnis von Atemminutenvolumen zu Körpergewicht bei Kindern deutlich höher liegt als bei Erwachsenen, nehmen sie mit der Atemluft etwa die doppelte Menge an Luftschadstoffen auf wie Erwachsene.


Worauf ist bei Innenräumen zu achten?

In Innenräumen sind deshalb nicht nur möglichst alle Faktoren zu vermeiden, die unmittelbar krank machen, sondern auch Faktoren, die zu einer Störung des Wohlbefindens oder der Konzentrationsfähigkeit führen, wie zum Beispiel unangenehme Gerüche.

Für die Wohnungshygiene ist zunächst ein gesundes Raumklima wesentlich. Hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Raumtemperaturen begünstigen das Wachstum von Schimmelpilzen und Hausstaubmilben und erhöhen damit das Allergie-Risiko.

Weitere Aspekte der Wohnungshygiene betreffen bauliche Anforderungen wie zum Beispiel die Möglichkeit der ausreichenden natürlichen Belüftung über Fenster, ausreichende Heizmöglichkeiten, die Ausstattung mit sanitären Anlagen, gegebenenfalls auch Lärmschutzmaßnahmen.

Wie lassen sich Schadstoffe vermeiden?

Aus Baustoffen, Einrichtungsgegenständen aber auch Haushaltschemikalien können viele chemischen Substanzen in die Innenraumluft ausgasen und sind dann dort nachweisbar. Auch die Adsorption (Anlagerung) von schwerflüchtigen Substanzen an Partikel und Oberfläche (zum Beispiel Staub oder Teppiche und Möbel) spielt im Innenraum eine besondere Rolle. Manche Verbindungen lagern sich an Oberflächen an und können von dort auch dann noch freigesetzt werden, wenn die ursprüngliche Quelle bereits entfernt ist. Durch die Auswahl geeigneter Baustoffe und Einrichtungsgegenstände lassen sich unnötige Schadstoffbelastungen in Innenräumen weitgehend vermeiden.

Darüber hinaus fehlen in Innenräumen wichtige Mechanismen, die im Freien für den Abbau von organischen Stoffen zur Verfügung stehen. Dies betrifft zum Beispiel die Umwandlung durch den UV-Anteil des Sonnenlichtes (Fotolyse), die Reaktion eines Stoffes mit Wasser (Hydrolyse) und den mikrobiellen Abbau von Schadstoffen. Außerdem werden im Freien Schadstoffe rasch durch die Außenluft verdünnt. Dies ist in Innenräumen nur begrenzt möglich und wird durch Maßnahmen zur Wärmedämmung (besonders dichte Fenster) weiter eingeschränkt.

Regelmäßiges und richtiges Lüften ist deshalb für ein gesundes Raumklima unverzichtbar. Dies gilt in besonderem Maße für Räume, in denen sich viele Menschen über eine längere Zeit aufhalten wie zum Beispiel in Schulen.

Was gehört zur Wohnungshygiene?

Beim Lüften wird nicht nur eine zu hohe Luftfeuchtigkeit reduziert, sondern es werden auch möglicherweise in der Luft vorhandene Schadstoffe abgeführt. Dies gilt auch für das radioaktive Edelgas Radon, das in manchen Regionen Deutschlands natürlicherweise im Boden vorkommt und durch Fugen in den Keller und von dort in die Wohnräume gelangen kann. Radon gilt als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen.

Zur Wohnungshygiene gehört außerdem eine ausreichende Reinigung, da Hausstaub neben Allergenen auch verschiedene Schadstoffe enthalten kann. Am besten wird er durch regelmäßiges feuchtes Staubwischen oder Staubsaugen mit einem Mikrofilter entfernt.

Auch auf den richtigen Umgang mit häuslichen Abfällen ist zu achten. Personen mit Schimmelpilz-Allergien oder mit einer Immunschwäche sollten organische Abfälle (Stichwort Biotonne) nicht in der Wohnung aufbewahren. Zur Vorbeugung gegen Fliegenentwicklung empfiehlt es sich darüber hinaus, organische Abfälle im Sommer an einem kühlen Ort zu sammeln und regelmäßig zu entsorgen.

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