Tuberkulose - Information und Beratung

Die Diagnose Tuberkulose kann Veränderungen im Alltag zur Folge haben. Wir beraten Betroffene und ihre Angehörigen in allen Fragen, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen. Ärzte und speziell ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kümmern sich um Sie und Ihre Anliegen. Beratungsgespräche können auch bei Ihnen zu Hause stattfinden.

Was ist Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine überwiegend von Mensch zu Mensch übertragbare Infektionskrankheit. Meist ist die Lunge betroffen; es können jedoch prinzipiell auch alle anderen Organe befallen werden. Die Tuberkulose kann durch Erhebung der Krankengeschichte und in der Regel durch die Kombination von klinischer Untersuchung, Röntgenuntersuchung der Lunge, Tuberkulin-Hauttest und bakteriologischer Untersuchung diagnostiziert werden. Im frühen Stadium macht die Krankheit häufig wenig Beschwerden, kann aber röntgenologisch, das heißt durch Röntgenbilder bereits nachweisbar sein. Während die Tuberkulose vor Einführung der modernen Tuberkulose-Medikamente häufig zu schweren chronischen Lungenfunktionsstörungen oder zum Tode führte, ermöglicht die medikamentöse Behandlung heute in fast allen Fällen eine vollständige Heilung. Eine Ausnahme bilden Erkrankungen mit multiresistenten Tuberkulose-Bakterien (ein bis zwei Prozent der Fälle), die nur schwer zu behandeln sind.

Tuberkulose: Infektion und Erkrankung

Bei der Tuberkulose ist zwischen Infektion und Erkrankung zu unterscheiden: Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Personen, die sich mit Tuberkulose-Bakterien anstecken (erkenntlich an einem positiven Tuberkulin-Hauttest und Tuberkulose-Bluttest), erkranken auch. Dieses Risiko ist bei Menschen mit einer erst kürzlich erfolgten Infektion, bei Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen und bei Personen mit engem Kontakt zu an ansteckender Tuberkulose Erkrankten erhöht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 1,7 Milliarden Menschen mit Tuberkulosebakterien infiziert sind. Jährlich erkranken etwa acht Millionen, und zwei bis drei Millionen Menschen sterben an Tuberkulose. 2007 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 5021 neue Erkrankungsfälle registriert; dies entspricht bei einer Gesamtbevölkerung von 82 Millionen einer Erkrankungshäufigkeit von 6,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. Mit knapp über acht Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr liegt die Landeshauptstadt Stuttgart über dem Bundesdurchschnitt. Dies entspricht aber den höheren Fallzahlen, die allgemein in Großstädten zu finden sind.

Die Entwicklung von resistenten Bakterienstämmen, die auf ein oder mehrere Tuberkulosemittel nicht mehr ansprechen, hat im gesamten Bundesgebiet zugenommen; auch die WHO befasst sich mit diesem Problem.

Fallfindung

Die Gruppe mit dem höchsten Risikopotenzial sind Immigranten: Aussiedler, Asylbewerber und Arbeitssuchende, die aus Ländern mit hoher Tuberkulosebelastung stammen. Ein hohes Erkrankungsrisiko haben auch Personen aus sozialen Randgruppen wie Obdachlose und Suchtkranke. Nach Diagnosestellung einer Tuberkulose beziehungsweise nach Eingang einer entsprechenden Meldung wird vom Gesundheitsamt das Umfeld des Patienten im Rahmen einer Umgebungsuntersuchung auf Folgeerkrankungen oder mögliche Infektionsquellen untersucht. Bei jedem neuen Fall werden sorgfältige Ermittlungen in die Wege geleitet, und je nach Ansteckungsgefahr werden der Umfang der Umgebungsuntersuchung und die Zahl von Nachuntersuchungen festgelegt. Untersuchungsmethoden sind der Tuberkulin-Hauttest, tuberkulosespezifische Blut-Tests und die Röntgenaufnahme der Lunge. Rechtliche Grundlage hierfür ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG) vom 20. Juli 2000.

Behandlung

Die Behandlung der Tuberkulose ist der wichtigste Teil der Tuberkulose-Bekämpfung, da durch eine korrekte Behandlung nahezu 100 Prozent der Tuberkulose-Patienten geheilt werden können. Um die Bildung von Resistenzen (Unempfindlichkeit gegenüber Medikamenten) zu vermeiden, ist die gleichzeitige Gabe von in der Regel zwei bis vier Tuberkulosemedikamenten erforderlich. Die Therapie dauert in unkomplizierten Fällen sechs Monate, im Einzelfall jedoch auch länger.

Welche Symptome können auf eine Tuberkulose hinweisen?

  • Husten (ab drei bis vier Wochen Dauer)
  • Auswurf
  • Appetitlosigkeit
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • leichte Ermüdbarkeit
  • starkes nächtliches Schwitzen
Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, sollten Sie einen Arzt/Ärztin aufsuchen, der weitere Untersuchungen veranlassen wird, um die Ursache Ihrer Beschwerden festzustellen.

Für weitere Informationen steht die Abteilung für Tuberkulosebekämpfung gerne zur Verfügung. Unser Angebot ist kostenlos und vertraulich. Für persönliche Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin. Die Telefonnummern finden Sie oben auf der rechten Seite auf dem gelben button unter: "Adressen" oder unter "Ansprechpartner".

Unser Angebot

  • Wir führen Untersuchungen auf Tuberkulose durch.
Die Telefonnummern finden Sie rechts unter: "Adressen" und "Ansprechpartner".

Wir beraten Sie in sozialen und psychosozialen Fragen.
  • Wir informieren Sie über Ihre sozialrechtlichen Ansprüche und finanzielle Hilfen und helfen Ihnen bei der Antragstellung.
  • Bei Bedarf vermitteln wir Ihnen hauswirtschaftliche, medizinische und pflegerische Hilfen.
  • Fällt Ihnen der Umgang mit Ihrer Tuberkuloseerkrankung schwer? Wir bieten Ihnen und auf Wunsch auch Ihrer Familie psychosoziale Beratung und Begleitung an.
Unser Angebot ist kostenlos und vertraulich. Für eine persönliche Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin. Die Telefonnummern finden Sie oben auf der rechten Seite auf dem gelben button unter: "Adressen" oder unter "Ansprechpartner".

 
 

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