Stolpersteine

Stolpersteine sind etwa zehn mal zehn Zentimeter große Betonsteine mit einer aufmontierten Messingplatte. Die Stolpersteine erinnern an die Vertreibung und Ermordung von Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, Deserteuren und "Wehrkraftzersetzern", Homosexuellen, Zeugen Jehovas und "Euthanasie"-Opfern im Nationalsozialismus

Sie werden in öffentliche Gehwege bündig eingelassen, damit niemand durch sie zu Schaden kommen kann. Und trotzdem heißen sie "Stolpersteine", denn wer sie im Vorübergehen sieht, soll im Geiste darüber stolpern, kurz innehalten und die Eingravierung lesen. Unter der Überschrift "Hier wohnte..."  wird damit direkt vor dem Wohnhaus des Opfers ein Stück Geschichte in unser alltägliches Leben zurückgeholt. Stolpersteine sollen ein Zeichen der Erinnerung sein, sollen die Opfer aus der Anonymität herausholen, dort, wo sie gelebt haben.

Stolperstein
Ein Stolperstein. Foto: Jörg Munder

Namen in die Gegenwart holen

"Es geht darum, die Namen zurück und in unsere Gegenwart zu holen", sagt Gunter Demnig zur Intention der Stolpersteine. Wichtig ist dem Künstler dabei, den Opfern an einem konkreten Ort einen Namen zu geben. "Bei großen Gedenkstätten verspüre ich immer Unbehagen; sie bleiben anonym", so Demnig. Bevor ein Stolperstein verlegt werden kann, recherchieren die örtlichen Stolperstein-Initiativen daher Namen und Schicksale der Opfer. Oft werden die Ehrenamtlichen dabei von Schülern unterstützt. So wird eine abstrakte Größe aus dem Geschichtsbuch - wie die der sechs Millionen ermordeten Juden - an einem Schicksal ganz konkret. Die Stolpersteinler informieren bei der Verlegung die Nachbarn und veröffentlichen die Lebensläufe der Opfer auf ihrer Internetseite. Immer wieder reisen zu den Verlegungen Verwandte der Opfer aus aller Welt an.

Stolpersteine in Europa

Demnig hat inzwischen mehr als 20.000 Steine in über 480 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn, den Niederlanden, Tschechien und Polen verlegt. In Stuttgart finden sich rund 500 dieser Kleindenkmale. Die Stadt unterstützt Demnig bei der Verlegung und bereitet die Löcher vor.

Mehr Informationen

Lebensgeschichten der Opfer, weitere Informationen zur Stuttgarter Initiative und Anpsrechpartner sind auf der Internetseite der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen zu finden:

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