Armajani, Siah

geboren 1939 in Teheran/Iran

Schwerpunkt der Arbeit von Siah Armajani sind Installationen im öffentlichen Raum. Armajanis Arbeiten entstehen stets aus der Analyse von formalen und soziokulturellen Bedingungen des jeweiligen Ortes im öffentlichen Raum. Er berücksichtigt die kommunikative Funktion, die das Werk an einem bestimmten Ort erfüllen kann und soll.

Er ist in Stuttgart mit einem Werk vertreten.

Siah Armajani: Bridge/Ramp, 1994Vergrößern
Siah Armajani: Bridge/Ramp ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Siah Armajani hat seit 1960 in den USA gelebt. 1963 erwarb er den Bachelor of Arts in Mathematik und Philosophie in Saint Paul/Minnesota. Seine ersten Arbeiten als bildender Künstler waren konzeptuelle Arbeiten, die auf computergestützten Berechnungen basierten und literarische Texte einbezogen. Als Ausdruck seiner Auseinandersetzung mit Architektur entstand in den Jahren 1974 bis 1976 ein "Dictionary of Building ", ein Werkkomplex aus 2.000 architektonischen Modellen.

1986 vollzog sich eine für seine weitere künstlerische Laufbahn wichtige Entwicklung: Erstmals wurden aus den kleinen Holz- und Pappmodellen, mit denen er mögliche und unmögliche Raumsituationen konstruierte, großformatige und farbige Holzmodelle, die er "Elemente" nennt.

Kunst im öffentlichen Raum

Parallel zu diesen Arbeiten nahm Armajani Aufträge an, öffentliche Brücken und kommunale Plätze zu gestalten. So sind vier große Werkkomplexe entstanden: Seit 1968 entwarf er Brücken für Fußgänger, ab 1979 folgten die Leseräume, in denen öffentlich auf Bänken und Tischen Lektüre ausliegt. Ab 1992 entstanden die Notations for Streets , farbige collagierte Pappmodelle mit Raumsituationen in der Stadt, und ebenfalls seit Beginn der 1990er Jahre entwarf der Künstler Gazebos for Anarchists - Gartenlauben für Anarchisten. Sie erinnern an verschiedene vergessene und zu Unrecht verurteilte und diskriminierte Anarchisten der 1920er Jahre in Amerika. Auch diese Bauten sind öffentlich zugänglich und mit Texten versehen.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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