Hauser, Erich

geboren 15. Dezember 1930 in Rietheim
gestorben 28. März 2004 in Rottweil

Der Schwerpunkt der Arbeit von Erich Hauser zeigt sich in seiner lebenslangen Liebe zum Edelstahl. Oft im Wechselspiel von streng geometrischen und asymetrischen Formen brechen seine Konstruktionen die eigene Volumina auf und erzeugen eine Wirkung, als seien sie Grate und Spalte aufgefaltet.

Hauser ist in Stuttgart mit mehreren Kunstwerken vertreten.

Eine Skulptur, die aussieht wie ein Rohr, steht auf einer WieseVergrößern
Erich Hauser: Röhrenplastik 8/73

Künstlerischer Werdegang

Erich Hauser absolvierte von 1945 bis 1948 eine Ausbildung als Stahlgraveur, bevor er sich als freischaffender Bildhauer selbstständig machte. Seine Teilnahme an der documenta-Ausstellung in den Jahren 1964, 1968 und 1977 machte ihn in Deutschland bekannt. International gelang ihm der Durchbruch, als er 1969 den Großen Preis der "X. Kunstbiennale in Sao Paulo" bekam.

Hauser war von 1964 bis 1965 Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und seit 1970 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im selben Jahr siedelte er nach Rottweil um. 1984/85 erhielt Hauser eine Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1986 bekam er den Professorentitel durch das Land Baden-Württemberg verliehen. Im Jahr 2000 folgten weitere Ehrungen in Form der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und des Kulturpreises der Stadt Rottweil.

Entwicklungsschritte

Hausers künstlerische Entwicklung lässt sich in drei Phasen gliedern:

Zu Beginn schuf er Stahl-Monolithen, die mit ihren Schweißnähten und unpolierten Oberflächen schlichter und erdenschwerer wirken, als seine späteren Werke. Jedoch lässt sich an ihnen bereits Hausers Bestreben erkennen, Volumina aufzubrechen und durch Grate und Spalte aufzufalten.

Mitte der 1960er Jahre beschäftigte Hauser sich hauptsächlich mit zylindrischen Formen. Seine Röhrenplastiken zeigen mit ihren klaren Kanten und spiegelnden Oberflächen Hausers beginnende Faszination für polierten Stahl. Er montierte sie so, dass der Eindruck entstand, sie würden Wände oder Böden durchstoßen und Innen- und Außenraum miteinander verbinden.

In seiner dritten großen Schaffensphase in den 1970er Jahren verband und entwickelte Hauser die Ideen seiner früheren Kunstwerke weiter. So zeigen die stählernen, monumental anmutenden Großskulpturen, die aus dieser Zeit stammen, ein Wechselspiel zwischen geometrischen und asymmetrischen Formen.

Die Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil macht das Kunst-, Wohn- und Arbeitsareal Erich Hausers von April bis Oktober öffentlich zugänglich.

Weiterführende Literatur:

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