Friedhöfe: Naturraum
Ob Zentralfriedhof oder kleiner Vorortfriedhof, immer waren die Gottesäcker Anlass zu sorgfältiger künstlerischer Gestaltung. Auf Stuttgarts Friedhöfen überwiegen dabei die geometrischen, architektonischen Formen.
Der Pragfriedhof muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden Er verdient es, mit anderen bemerkenswerten Friedhöfen dieser Art, wie zum Beispiel dem Zentralfriedhof in Wien, genannt zu werden. Er stellt mit seinen 21 ha einen sehr wichtigen Grünbereich im Stuttgarter Norden dar.

- Krematorium auf dem Pragfriedhof. Foto: Stadt Stuttgart
Frei gestaltete Friedhöfe
Weniger häufig anzutreffen sind die frei gestalteten, dem Gesetz der Landschaft folgenden Arrangements. Ein wichtigstes Beispiel hierfür ist der mit einer Seilbahn zu erreichende Waldfriedhof im Stuttgarter Süden. Er ist auf einer Hangterrasse zum Nesenbach hin in einem Mischwaldbestand angeordnet.
Hangfriedhöfe
Generell als Besonderheit zu nennen, nicht aber für eine Stadt wie Stuttgart, die zwischen Hügeln gelegen ist, sind die Hangfriedhöfe wie die in Obertürkheim oder Wangen. Sie sind besonders im Neckarraum anzutreffen und als grünes Bindeglied zwischen Wohnbauflächen und Landschaft nicht hoch genug einzuschätzen.
Der Ostfilderfriedhof zwischen Sillenbuch und Heumaden ist ein jüngstes Beispiel. Zwischen 1970 und 1974 wurde er in einem nach Norden hin abfallenden Hanggelände angelegt. Die hainartige Bepflanzung mit Eichen, Hainbuchen, Kiefern und Linden sowie die optische und praktische Einbeziehung der Landschaft mit weiten Ausblicken ins Neckartal haben nicht nur eine ansprechende Begräbnisstätte, sondern auch einen grünen Friedhof entstehen lassen, der zum Verweilen einlädt.

- Der Ostfilderfriedhof. Foto: Stadt Stuttgart
Grüne Friedhöfe
Vielen Orten der letzten Ruhe in Stuttgart gemeinsam sind ihre großen Baum- und Grünflächenbestände, die die "Grünen Friedhöfe" zu einem wahren Ort der Erholung im Stadtbild werden lassen. Nicht selten kann von einem parkartigen Charakter gesprochen werden.

