Friedhöfe: Grabarten

Erdbestattungsgräber: Wahlgräber und Reihengräber

Wahlgräber
Wahlgräber sind Grabstätten für Erdbestattungen, deren Nutzungsrecht für die Dauer von 20 bis zu 30 Jahren verliehen werden kann. Es kann weiterhin um 1 bis 30 Jahre verlängert werden. Sie sind grundsätzlich doppelt tief belegbar, das heißt zwei Verstorbene können übereinander bestattet werden. Die Grabstätte kann zu Lebzeiten (Bestattungsvorsorge) oder von den Angehörigen des Verstorbenen frei ausgewählt werden.

In einem Wahlgrab können zusätzlich zu Särgen auch Urnen beigesetzt werden, jedoch nicht mehr als vier Verstorbene mit laufender Ruhezeit.

Nutzungsrechte für mehrere angrenzende Grabstätten (Mehrfachgrabstätten) können verliehen werden, wenn genügend Flächen zur Verfügung stehen.

Erdbestattungsgrab Wahlgrab
Wahlgrab. Foto: Stadt Stuttgart

Reihengräber
Reihengräber sind Grabstätten für Erdbestattungen, die der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit des Verstorbenen (20 Jahre) verliehen werden. In ihnen kann nur ein Verstorbener bestattet werden. Für Kinder, die bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres gestorben sind, werden nach Möglichkeit besondere Reihengräber ausgewiesen. Eine Verlängerung oder eine nachträgliche Umwandlung in ein Wahlgrab ist nicht möglich. Die Reihengräber werden, wenn möglich, nach Ablauf der Ruhezeiten wieder neu belegt.

Reihengräber
Reihengräber. Foto: Stadt Stuttgart

Urnengräber

Urnenwahlgräber
Urnenwahlgräber sind Grabstätten für Urnenbeisetzungen, deren Nutzungsrecht für die Dauer von 20 bis zu 30 Jahren verliehen wird. Es kann weiterhin 1 bis 30 Jahre verlängert werden. Die Grabstätte kann zu Lebzeiten (Bestattungsvorsorge) oder von den Angehörigen des Verstorbenen frei ausgewählt werden. In einem Urnehwahlgrab können bis zu 4 Urnen beigesetzt werden, jedoch nicht mehr als 4 Verstorbene mit laufender Ruhezeit..

Urnenreihengräber
Urnenreihengräber sind Grabstätten für Urnen, die der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit des Verstorbenen (20 Jahre) verliehen werden. Eine Verlängerung oder nachträgliche Umwandlung in ein Urnenwahlgrab ist nicht möglich. Die Urnenreihengräber werden nach Ablauf der Ruhezeit wieder neu belegt.

kleine umrandete Gräber auf einer Wiese
Urnenwahlgrab. Foto: Stadt Stuttgart
Urnenreihengräber
Urnenreihengrab. Foto: Stadt Stuttgart

Kolumbarium

Urnenbeisetzungen in Kolumbarien sind nur im Pragfriedhof möglich.

Im Krematorium auf dem Pragfriedhof wurden Urnennischen eingerichtet.Die Angehörigen können durch einen zugelassenen Fachbetrieb an der Verschlussplatte den Namen, Geburts- und Sterbedaten des Verstorbenen, sowie ein Symbol vor der Urnennische anbringen lassen.

Art Steinregal, Fächer sind teilweise mit Platten verschlossen
Kolumbarium. Foto: Stadt Stuttgart

Baumgräber

Baumgräber sind Urnenwahlgräber in Sonderlage.
Im Waldfriedhof, Pragfriedhof, Friedhof Zuffenhausen, Friedhof Feuerbach, Friedhof Untertürkheim, Neuer Friedhof Weilimdorf, Buchrainfriedhof, Ostfilderfriedhof sowie dem Alten Friedhof Degerloch gibt es Baumgräber. Die Urnenbeisetzungen erfolgen in unmittelbarer Nähe eines Baumes. Die Grababteilung werden in naturbelassener Form erhalten. Der Nutzungsberechtigte kann den Namen, die Geburts- und Sterbeaten sowie ein Symbol auf kleine, in der Größe einheitliche Täfelchen (10 auf 6 Zentimeter) einarbeiten lassen. Diese werden an den Bäumen angebracht. Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen erfolgen ausschließlich durch das Garten- Friedhofs- und Forstamt.

Baumstamm mit einem Schild
Baumgrab. Foto: Stadt Stuttgart

Rasengräber

Rasengräber sind Urnenwahlgräber in Sonderlage.
Rasengräber gibt es im Hauptfriedhof, Pragfriedhof und im Friedhof Wangen. Um den Charakter der Anlage als Rasengrabfläche zu erhalten, sind keinerlei Grabanpflanzungen, Grabeinfassungen und sonstiges Grabzubehör erlaubt. Der verantwortliche Nutzungsberechtigte kann durch einen zugelassenen Fachbetrieb, einen Liegestein (max. 45 x 45 Zentimeter) mit den Namen, Geburts- und Sterbedaten des Verstorbenen sowie einem Symbol einbauen lassen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit dürfen die Oberflächen nicht poliert sein. Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen erfolgen ausschließlich durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt.

eine Rasenfläche mit Bäumen, vorne führt ein Weg entlang
Rasengrab. Foto: Stadt Stuttgart

Feld der Kleinsten der Kleinen - Begräbnisstätte für fehlgeborene Kinder

Auf dem Pragfriedhof können Eltern von ihren fehlgeborenen Kindern Abschied nehmen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat dort eine Begräbnisstätte für Kinder angelegt, die während der Schwangerschaft, durch eine Fehlgeburt verstarben.

Es finden im Jahr regelmäßig jeweils am ersten Mittwoch nach dem Weißen Sonntag (erster Sonntag nach Ostern) und am ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag (Buß- und Bettag) Abschiedsfeiern statt, an denen die Urnen vor Ort beigesetzt werden. Die Ruhezeit beträgt sechs Jahre.

Für die Grabstätten der "Kleinsten der Kleinen" wird keine Grabnutzungsgebühr erhoben.

Kontaktadressen:

Rasen mit einer Steinfigur, Steinplatten und Blumen
Grabfeld 'Kleinesten der Kleinen'

Muslimisches Grabfeld

Auf dem Hauptfriedhof werden verstorbene Muslime in gesonderten Grabfeldern bestattet werden. Die Grabstätten sind gemäß dem islamischen Bestattungsritus nach Mekka ausgerichtet.

Die Grabnutzungsrechte werden zeitlich begrenzt für die Dauer von 20 bis zu 30 Jahren abgegeben. Nach Ablauf besteht die Möglchkeit einer Verlängerung um 1 bis 30 Jahre. Eine Bestattung im Leintuch ist nach geltendem Bestattungsrecht möglich.

Gräber mit Blumen
Muslimische Grabstätten. Foto: Stadt Stuttgart

Anonymes Urnenfeld

Anonyme Urnenbestattungen sind auf dem Dornhaldenfriedhof möglich. Die erste anonyme Urnengemeinschaftsstätte wurde bereits 1953 auf dem Pragfriedhof angelegt. Nachdem das Grabfeld dort belegt war, werden anonyme Bestattungen seit August 2014 auf dem Dornhaldenfriedhof angeboten. Anonyme Urnenbeisetzungen finden ohne Beisein von Angehörigen und ohne Hinweis auf den Zeitpunkt statt. Die Gräber werden als Rasenfläche angelegt und durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt gepflegt.

Grabfeld für anonyme Bestattungen auf dem DornhaldenfriedhofVergrößern
Grabfeld für anonyme Bestattungen auf dem Dornhaldenfriedhof. Foto: Stadt Stuttgart

Gemeinschaftsgrabanlagen

Auf dem Hauptfriedhof, Friedhof Heslach und dem Alten Friedhof Vaihingen gibt es die Möglichkeit eines Grabes in einer Gemeinschaftsgrabanlage. Dies sind einheitlich gestaltete Grabfelder, die mehreren Erd- oder Urnengräbern Platz bieten. Gärtnerische Pflege sowie Pflege des Grabsteins, die Gewährleistung der Verkehrssicherheit und die Abräumung des Grabes nach Ablauf der Nutzungszeit wird von den Betrieben des Steinmetz- und Friedhofsgärtnerhandwerks übernommen. Gräber in solchen Anlagen bieten einen individuellen Ort zur Trauer an einem gepflegten Grab, ohne dass die Angehörigen eine Pflegeverpflichtung eingehen müssen.

Gemeinschaftsgräber auf dem Hauptfriedhof
Graphik der Gemeinschaftsgräber auf dem Hauptfriedhof. Graphik: Stadt Stuttgart