Fangelsbachfriedhof

Der Fangelsbachfriedhof wurde 1823 im Süden der Stadt, in der Nähe der einstigen mittelalterlichen Siedlung Immenhof, auf freiem Feld angelegt. Der Friedhof ist nach dem Bach benannt, der aus dem Wald oberhalb der neuen Weinsteige kommt. Der Fangelsbachfriedhof ersetzte den Leonhards - und Lazarettfriedhof, der 1564 wegen einer Pestepidemie erbaut worden war.

Das Areal des Friedhofs wird durch die evangelische Markuskirche geprägt, die gleich neben dem Friedhof liegt. 1906 bis 1908 zwischen Gärten und Weinbergen im Jungendstil erbaut, steht sie heute unter anderem wegen ihrer frühen Eisenbetonkonstruktion unter Denkmalschutz. Als einziges Stuttgarter Gotteshaus überstand sie die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges fast unbeschädigt.

Am 19. Oktober 1945 verlas hier Bischof Dibelius in der Sitzung des Rates der Evangelischen Kirche die "Stuttgarter Schulderklärung": Die Evangelische Kirche bekannte sich an den nationalsozialistischen Verbrechen mitschuldig.

Älteste und bekannteste Grabstätten auf diesem Friedhof sind die von dem Wundarzt Georg Hambrecht und von Carl von Schiller, dem Sohn des berühmten Dichters Friedrich von Schiller.

Fangelsbachfriedhof
Der Fangelsbachfriedhof. Foto: Stadt Stuttgart