Maillol, Aristide

geboren 8. Dezember 1861 in Banyuls-sur-Mer
gestorben 27. September 1944 in Banyuls-sur-Mer

Das Hauptthema der bildhauerischen Arbeit von Aristide Maillol ist der weibliche Akt in vereinfachten, monumental-rundplastischen Formen und vollendetem Ebenmaß. Er erzichtet auf Details und individuelle Züge; andererseits strahlen seine Akte unendliche Ruhe und harmonische Ausgewogenheit aus.

In Stuttgart ist er mit einem Kunstwerk vertreten.

Moderne Skulptur

Der französische Künstler Aristide Maillol ist Bildhauer, Maler und Grafiker. Sein Werk gilt (neben demjenigen Rodins) als der Beginn der französischen Skulptur der Moderne. Er ebnete der Plastik den Weg zur Abstraktion und hatte großen Einfluss auf die Bildhauer seiner Zeit, seien es Vertreter der Abstraktion oder der figürlichen Plastik. Vor allem in Deutschland stieß sein Werk auf große Zustimmung.

Künstlerischer Werdegang

Erst 1883 war Maillol nach zahlreichen Versuchen an der École des Beaux-Arts zugelassen worden. Dort studierte er bei Alexandre Cabanel und bei Jean-Paul Laurens bis 1893 Malerei. Ab 1895 war er Mitglied der spätimpressionistischen Künstlergruppe Nabis, deren dekorative und flächenbetonte Kunst ihn sehr prägte.

Als Bewunderern von Auguste Rodin, Paul Gauguin und Paul Cézanne konzentrierte er sich anfangs auf die Malerei. Später war er als Teppichweber tätig. Bedingt durch ein Augenleiden wandte er sich um 1900 der Bildhauerei zu. Maillol ist kein Klassizist gewesen, obwohl er sich mit seinem bildhauerischen Werk an antike Skulpturen orientierte. In seinen Darstellungen vom weiblichen Akt entfernte er sich weit vom gängigen Schönheitsideal des 19. Jahrhunderts.

Seine "bäuerlichen" Frauen stießen bei den einen auf Ablehnung bei anderen jedoch auf größte Bewunderung. Ein befreundeter Künstler nennt Maillol liebevoll einen "klassischen Primitiven".

1902 trat er ertsmals mit einer großen Ausstellung in der Galerie Ambroise Vollard mit seinen bildhauerischen Werken in die Öffentlichkeit.

Seine auf den Kern einer Figur konzentrierte, von Details und individuellen Zügen freien Akte sind reine plastische Schöpfungen. Sie sind gebärdenarm, jedoch nicht starr, und bilden einen Gegenpol zum Schaffen Auguste Rodins.

Mäzene und Förderer

Der befreundete Harry Graf Kessler war Maillols bedeutendster Mäzen außerhalb Frankreichs. Er verschaffte Aristide Maillol Aufträge und ermöglichte ihm Reisen ins Ausland. Im Jahr 1908 gingen sie zusammen nach Griechenland, wo Maillol in den antiken Skulpturen die Quelle seiner Ideen fand.

Einen weiteren Förderer fand Maillol in Julius Meier-Graefe. Dieser nahm Maillols plastisches Oeuvre in seine "Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst" auf, obwohl bis 1904 nur ein großformatiges Werk, La Méditeranée, existierte. Mit diesem Werk gelang Maillol der internationale Durchbruch.

1944 starb Aristide Maillol an den Folgen eines Autounfalls.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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