Moore, Henry

geboren 30. Juli 1898 in Castleford/Yorkshire
gestorben 31. August 1989 in Much Hadham/Hertfordshire

Der britische Künstler Henry Moore steht mit seinem Oeuvre am Beginn der modernen Skulptur und hat auch die englische Bildhauerei gegenüber internationalen Strömungen geöffnet. Dennoch gilt er nicht als Revolutionär.

Als zentrales Thema in seiner Kunst wählte Henry Moore den Menschen und die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft. Sein gestalterisches Interesse gilt dabei der modernen Skulptur in Form einer liegenden Frau.

In Stuttgart ist Henry Moore mit einem Kunstwerk vertreten.

Henry Moore: Draped Reclining Woman, 1957-58 (aufgestellt 1961)Vergrößern
Henry Moore: Draped Reclining Woman ©Wolfram Janzer

Künstlerische Entwicklung

Henry Moore studierte ab 1919 an der School of Art in Leeds. Dort lernte er die Zeitgenossin, Barbara Hepworth, kennen. Die beiden Künstler verband eine lebenslange Freundschaft, die Moore auch im künstlerischen Sinne prägte. Von 1921 bis 1925 setzte er sein Studium am Royal College of Art in London fort. Hier war er auch ab 1926 als Lehrer tätig um danach auf die Chelsea School of Art in London zu wechseln. Moore reiste ab 1923 mehrmals nach Paris. Später finanzierte er sich mit Hilfe eines Stipendiums eine Studienreise nach Italien.

Moores
Vorbilder waren Michelangelo Buonarroti und Giovanni Pisano. Ihren Skulpturen verkörperten für ihn die ganze Situation des menschlichen Seins. Prägend war für ihn allerdings auch die primitive Kunst früher Kulturen. Neben präkolumbianischen Kunstobjekten machte er sich auch Stilelemente zeitgenössischer Künstler zu Eigen.
Unter dem Einfluss von Pablo Picasso und Hans Arp wurden seine Figuren abstrakter, aber der gegenständliche, organische Charakter blieb dennoch erhalten. Seine biomorphe Bildsprache entwickelte er aus elementaren Mustern der Natur.

Das zentrale Thema in Moores Arbeit bilden liegende Figuren, da diese dem Künstler "kompositionell und räumlich die meiste Freiheit" bieten. Diese Themenreihe wurde 1927 mit dem Kunstwerk Liegende eröffnet.

Henry Moore versuchte seinen eigenen Stil zu finden und gelangte vom Surrealismus, über einen geometrisch-abstrakten Abschnitt hin zum Naturalismus. Vor 1945 arbeitete er hauptsächlich mit Holz und Stein, danach beschäftigte er sich ausgiebig mit dem Material Bronze, das ihm größere formale Freiheiten gewährte. Seine Genialität bestand darin, dass er Abstraktion und Figürlichkeit in seiner Kunst miteinander verband. Diese Ausdrucksrichtung gab der plastischen Kunst in Europa entscheidende Impulse.

Henry Moore ist einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts und hat wie kein anderer die Skulpturengeschichte dieses Jahrhunderts nachhaltend beeinflusst. Er konnte mit internationalen angesehenen Aufträgen ( Reclining Figure für das UNESCO -Hauptquartier in Paris oder der Reclining Figure vor dem Lincoln-Center in New York) als einer der ersten zeitgenössischen Bildhauer seine Ideen weltweit im öffentlichen Raum verwirklichen.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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