di Suvero, Mark

geboren 13. September 1933 in Shanghai/China

Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Mark di Suvero stehen Großplastiken. In Stuttgart ist er mit der Skulptur Lobotchevsky vertreten, die den Eingang der Volkshochschule markiert.

Eine rote SkulpturVergrößern
Mark di Suvero : Lobotchevsky ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Mark die Suvero wird als Sohn italienischer Einwanderer in China geboren. Zusammen mit seiner Familie floh er 1941 nach Nordamerika. In den 50er Jahren arbeitete er in einer Werft. Nach einem schweren Arbeitsunfall war Mark di Suvero querschnittsgelähmt.

Von 1953 bis 1957 studierte er Bildende Kunst und Philosophie an den Standorten Santa Barbara und Berkeley in San Francisco. Nach Beendigung seines Studiums zog er nach New York, wo er mit dem abstrakten Expressionismus in Berührung kam. 1957 hatte er in New York seine erste Einzelausstellung.

Besonders geprägt wurde Suvero von dem Eisenplastiker Julio Gonzales, der zusammen mit Picasso die Abkehr von der traditionellen Kernplastik vollzog. Schon früh wurde Suvero von der amerikanischen Kunstkritik als radikaler Neuerer gefeiert. 1968 nahm Mark di Suvero an der IV. documenta in Kassel teil. Seit 1969 war Suvero Professor an der Universität von Kalifornien und ab 1973 hatte er eine Professur an der internationalen Universität für Kunst in Venedig. Heute lebt und arbeitet er in Amerika und Frankreich.

Die frühen Jahre seines Schaffens waren geprägt durch Arbeiten aus Treibholz und alten Häuserbalken, die er in Kombination mit Eisenstützen arrangierte. Einige Teile der frühen Plastiken schwingen oder rotieren und greifen somit das Thema der Bewegung auf. Erst in den 80er Jahren fing er an mit gelb beziehungsweise rot gestrichenen Eisenträgern zu arbeiten.

Suvero hat keine klassische Ausbildung zum Schmied oder Ingenieur. Dennoch fertigt er seine Großplastiken, mit Hilfe einiger Mitarbeiter, alle selbst. In den 80er Jahren avanciert der amerikanische Bildhauer zum Antipoden Richard Serras. Der große Unterschied zwischen beiden Künstlern liegt darin, dass Serra in den Prozess der industriellen Herstellung eingreifen muss, um zu seinen Skulpturen zu gelangen, während sich Suvero des vorgefundenen Materials bedient.

Eine Vielzahl seiner Figuren lassen sich als geometrische oder trigonometrische Rätsel fassen. Die Bahnen des "joint" (zusätzliche, scheibenförmige Umkreisungen des Kreuzpunktes) kreisen um das Zentrum der Kunstwerke. In zahlreichen Diagonalskulpturen hat Suvero solche "joints" variationsreich thematisiert.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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