Lenk, Thomas

geboren 15. Juni 1933 in Berlin
gestorben 15. September 2014 in Schwäbisch Hall)

Das Hauptthema der gestalterischen Arbeit von Thomas Lenk ist die Raumplastik. Seine Werke, die er stets mit der Geschichte und der Tradition des Aufstellungsortes verknüpft, werden von geometrischer Ordnung, Aufreihung und Serialität bestimmt. Das Konzept, den Raum selbst als Teil der Plastik zu begreifen, hat Thomas Lenk viele Ehrungen und internationale Aufmerksamkeit eingebracht.

Der bedeutende zeitgenössische Bildhauer lebte und arbeitete auf Schloss Tierberg bei Schwäbisch Hall. In Stuttgart ist er mit zwei Kunstwerken vertreten.

Thomas Lenk: Schichtung 107 (Stuttgarter Tor), 1977Vergrößern
Thomas Lenk: Schichtung 107 (Stuttgarter Tor) ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Kaspar Thomas Lenk studierte ab 1950 eine kurze Zeit an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wechselte dann aber zu einer Steinbildhauerlehre. Ab 1952 entstanden erste plastische Arbeiten, zum Beispiel ein Entwurf zu einem KZ -Mahnmal, das heute im Museum in Auschwitz steht.

Als freischaffender Bildhauer wandte sich Lenk schon bald den nicht-figurativen Skulpturen zu. Seine "Schichtungen", Werke die ab 1964 entstanden, machten ihn international berühmt. Es folgte eine rege Ausstellungstätigkeit in Kassel und Venedig. Seit den 1970er Jahren widmete er sich Architekturprojekten und Klangplastiken. In den letzten Jahren entstanden auch vermehrt Zeichnungen und Grafiken.

Raum erfahrbar machen

Als Künstler wurde Lenk von der informellen Plastik und minimal art angeregt. Dabei ging er stets eigene Wege. Sein Konzept: Er möchte seine Plastiken nicht einfach in den Raum stellen, sondern den Raum selbst zur Plastik und durch die Plastik neu erfahrbar machen.

Lenks "Schichtungen" sind eine Reihe von Werken, die aus vielen gegeneinander verschobenen und hinter- oder nebeneinander geschichteten Scheiben bestehen. Auf diese Weise täuscht Lenk auf raffinierte Weise Volumen vor. Gleichzeitig scheinen die Skulpturen das Resultat einer Bewegung der vordersten Scheibe zu sein.

In Verbindung mit Spiegelflächen und Störfarben wie leuchtendes Rot, Gelb, Grün oder bedrohlichem Schwarz wirken die Plastiken provozierend, irritierend und zugleich faszinierend. Scheinbar belebt blicken sie den Betrachter an und möchten mit ihm in Dialog treten.

Gleichberechtigt neben dieser "emotionalen Ausdrucksform" der Plastik steht ihre "rationale Gestaltungsform". Die von Lenk verwendete, klare analytische Formensprache beschränkt sich auf runde Scheiben und an den Ecken abgerundeten Rechtecken.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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