Böhlig, Ernst-Reinhart

geboren 1947 in Ländchen/Wohla bei Dresden

Ernst-Reinhart Böhlig arbeitet als Bildhauer und Maler. Außerdem fertigt er Kunstwerke aus Glas. Insofern ist das Spektrum seiner Arbeiten sehr vielfältig, wobei ein Schwerpunkt nur schwer auszumachen ist. Der Künstler ist In Stuttgart mit zwei Werken vertreten.

Verschiedene Steine, aufeinander gelegt.Vergrößern
Ernst-Reinhart Böhlig: Ausgrabungsstätte ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Ernst-Reinhart Böhlig war zunächst im Bereich Elektrotechnik tätig und entschied sich im Alter von 30 Jahren für eine künstlerische Laufbahn. Bis 1984 studierte er Bildhauerei und Lithografie an der Akademie der Bildenden Künste in München. Es folgten Arbeitsaufenthalte in Fanano (Emilia Romagna), in den Marmorsteinbrüchen von Carrara (Toskana) und in Riga (Lettland). Böhlig entwickelte schon früh das Motiv des Torsos (Sebastian, Stuttgart, 1980). Aus dem Rumpf einer menschlichen Figur entsteht durch Ansetzen fehlender Gliedmaßen in einem anderen Material ein vollständig neuer Körper. Böhlig setzt zum Beispiel Gliedmaßen aus Marmor an einen Bronze-Rumpf. Durch die Verfremdung des Materials schuf er Metaphern der Vergänglichkeit.

Seit Mitte der 1980er Jahre beschäftigte Böhlig sich auch mit Malerei. Er konzipierte An- und Aufsichten monumentaler Erdlöcher und Grabungen, indem er die Leinwände mit dünnflüssigen Braun- und Schwarztönen dunkel patinierte. Zur Skulptur Ausgrabungsstätte vor der Universitätsbibliothek Stuttgart-Vaihingen entstanden auch Zeichnungen (Ausgrabungsstätte, 1,00 x 1,30 Meter). Diese Abbildungen sind wichtige Schritte im Entwicklungsprozess seiner bildhauerischen Arbeit.

1995 entwarf er unter dem Pseudonym Lila Monaco auf der Glasbläserinsel Murano bei Venedig einige grellbunte Glasfiguren, die er The Xingles nannte. Sie stehen heute in der Fußgängerzone von Albstadt.

Der Künstler lebt und arbeitet seit 1984 in Albstadt-Lautlingen.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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