Ruthenbeck, Reiner

geboren 30. Juni 1937 in Velbert

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Reiner Ruthenbeck steht die Spannung zwischen Materialität und Immaterialität, zwischen Objekt und Raum, zwischen der Stille der Installation und der Bewegung. Nach Jahren künstlerischer Experimente und Happenings schuf der Künstler, der sich selbst "Objektemacher" nennt, vor allem Kunstwerke, in denen Spannungsverhältnisse zwischen Schwerkraft und Leichtigkeit entstehen und sich Raum- und Seherfahrungen an der gestalteten Realität reiben

In Stuttgart ist er mit einem Kunstwerk vertreten.

Reiner Ruthenbeck: Sieben schwarze Schranken, 1977Vergrößern
Reiner Ruthenbeck: Sieben schwarze Schranken ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Der Bildhauer und Konzeptkünstler Reiner Ruthenbeck arbeitete bis 1962 als freier Fotograf in Düsseldorf. Von 1962 bis 1968 studierte er Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Beuys. Nach einer Gastdozentur in Hamburg an der Hochschule der Künste war er von 1980 bis 2000 Professor an der Kunstakademie in Münster.

Reiner Ruthenbeck nahm an vielen, internationalen Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts teil, unter anderem an der documenta 5, 6, 7 und 9. Außerdem war sogar er an der legendären Ausstellung "When attitudes become form" (1969) in Bern beteiligte. 1976 vertrat er zusammen mit Jochen Gerz und Joseph Beuys Deutschland auf der Biennale in Venedig.

1968 machte Ruthenbeck mit einem Aschehaufen auf sich aufmerksam - eine seiner berühmtesten Arbeiten. 1978 wurde daraus ein Papierhaufen: 600 Blatt weißes Papier wurde zusammengeknüllt und zu einem stillen, absolut geordnetem Haufen zusammengeschoben.

In den späten 1960er Jahren begann Ruthebeck mit einfachen Materialien und Strukturen zu experimentieren. Diese Arbeiten sind skulptural und verweisen auf sein damaliges Interesse am Surrealismus.

Seit den späten 1960er Jahren arbeitete Ruthenbeck mit Stoffen, Aufhängungen und Metallen. Diesen Installationen ging immer eine Zeichnung voraus. Die Skizzen dienten ihm als Ideenreservoir aus dem er schöpfen kann. Später wurden seine Kunstwerke abstrakter und nehmen Elemente der Minimal- und Materialkunst, sowie der Concept Art auf.

Bei seinen Arbeiten geht es Ruthenbeck nie ums Material, sondern um das, was dahinter steckt: das Konzept und die Form. Er selbst sagt von seiner Kunst, dass er Materialien nur benutze, um Konzepte zu verwirklichen. Bei seinen meist aus einfachen Materialien wie Holz, Eisen oder Stahl aufgebauten Objekte ergänzen die Nichtfarben Schwarz und Weiß und die Grundfarben die Form. Indem Ruthenbeck die Gegensätze zwischen Form und Farbe in Einklang bringt, gestaltet er die elementaren Vorstellungen und Konzepte, die hinter seiner Kunst liegen.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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