Bohnet, Hans Dieter

geboren 1. Januar 1926 in Trossingen
gestorben 2006 in Stuttgart

Im Zentrum der Arbeit von Hans Dieter Bohnet stehen Werke im öffentlichen Raum. Dabei legt Bohnet großen Wert auf eine thematische Anknüpfung an den ihnen bestimmten Ort. In Stuttgart ist er mit zehn Kunstwerken vertreten.

Ein großer Würfel, aus zwei verschiedenen Materialien.Vergrößern
Hans Dieter Bohnet: Kubus ©Wolfram Janzer

Skulpturen und Friese

Brunnen

Künstlerische Entwicklung

Hans Dieter Bohnet studierte ab 1945/46 Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1946 wechselte er zur Bildhauerei und besuchte bis 1950 die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ab 1948 ist er Meisterschüler bei Otto Baum.
Seit 1950 lebte er als freischaffender Künstler in Stuttgart.

Seine künstlerische Entwicklung stand bis 1960/62 unter dem Einfluss seines Lehrers Otto Baum. Frühe weibliche Aktfiguren, vollplastisch oder als Relief ausgeführt, weisen runde oder kubische, glatte und auf das Wesentliche beschränkte Formen auf (Menschenpaar, 1949, Höhenfreibad Killesberg). Der Brunnen Mädchen mit Taube aus dem Jahr 1954 ist ein Beispiel für die frühen Arbeiten der 1950er Jahre. Ein mit Mosaik ausgelegter Trog aus Sandsteinplatten ist an die Außenwand des Gustav Siegle-Hauses in Stuttgart angebaut. Auf einem Sockel sitzt ein sehr vereinfacht dargestelltes Mädchen mit zwei Tauben.

Bohnet entwickelte seine Formideen auch in Zusammenarbeit mit Architekten, so wie das Wandrelief Lyra aus Aluminiumguss, das sich an der Außenfassade des Konzerthauses Liederhalle (Rolf Gutbrod und Adolf Abel, 1955-56) befindet. Formkontraste im negativen und positiven Relief bestimmen später die abstrakten Werke. Der Jubiläumsbrunnen am Berliner Platz mit seinem abstrakten Relief wurde 1961 zum 100-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Verschönerungsvereins errichtet.

Seit Ende der 1960er Jahre widmete er sich den anorganischen, stereometrischen Formen. Ihn beschäftigen die Zusammenhänge von Innen und Außen, Schale und Kern. Die Kugel und der Kubus standen ab 1970 im Vordergrund seines Schaffens. Er löste die vollkommenen Formen auf, variierte sie und setzte sie neu zusammen. So auch in den Arbeiten Kubus (1977) vor dem Rektoramt oder im Kugelobjekt (1993) im Egelsee am Wartberg. Seit den 1990er Jahren widmete er sich der Form des Oktaeders.

Bohnet und Stuttgart

Bis zu seinem Tod im Oktober 2006 konnte er in Stuttgart viele Werke im öffentlichen Raum realisieren, darunter auch weitere Brunnen. So stehen heute Werke aus über 60 Jahren seines Schaffens in dieser Stadt.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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