de Vries, Herman

geboren 11. Juli 1931 in Alkmaar/Niederlande

Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht Kunst, die die Unterschiede zwischen Natur und Mensch zu überbrücken versucht. Um dies zu realisieren arbeitet er mit Zufall, zufälligen Funden, zufälligen Kombinationen und Texten. In Stuttgart ist er mit einem Kunstwerk vertreten.

Kunstwerk an einer StraßeVergrößern
Herman de Vries: Sanctuarium ©Wolfram Janzer

Künstlerische Entwicklung

Herman de Vries ist Objektkünstler, Schriftsteller und Maler. Er gilt als einer der bedeutendsten Land Art Künstler der Gegenwart.

Herman de Vries besuchte von 1949 bis 1951 die Reichsgartenbauschule in Hoorn. Danach arbeitete er als Landarbeiter in Frankreich und war ab 1952 Mitarbeiter beim Pflanzenschutzdienst in Wageningen. Im Alter von 22 Jahren begann er seine künstlerische Tätigkeit. Seine frühen Arbeiten waren Collagen, die er aus gefundenen Materialien herstellte. Er nannte seine Kunstwerke, in Anlehnung an Marcel Duchamps "objets trouvés", "collages trouvées".

Die Natur war immer wieder Gegenstand seiner Kunst und spielte in seinem Oeuvre eine wichtige Rolle. In den Jahren 1961 bis 1968 war er Mitarbeiter am Institut für angewandte biologische Forschung in der Natur.
Von 1961 bis 1941 publizierte Herman de Vries immer wieder in der Zeitschrift "0 = Null" und beteiligte sich auch an Ausstellungen der Zero-Gruppe. Die Gruppe stand für einen neuen Purismus und propagierte das reine Weiß und die Monochromie. Herman de Vries war mit seinen reinweißen Bildern der informellen Kunst dieser Zeit verhaftet. Im Jahr 1962 begann er mit dem Zufallsprinzip zu arbeiten.

Von 1967 bis 1985 folgte eine Periode langer Reisen - bei der er neben Osteuropa und Russland auch Asien bereiste.

In den 1970er Jahren gelangte Herman de Vries zu Experimenten, in denen er die Grenzen zwischen Kunst und "Nicht-Kunst" auslotete.

In den 1980er Jahren beschäftigte sich der niederländische Künstler mit dem Ungleichgewicht, das zwischen Mensch und Natur besteht. Er hat mehrere Bücher zu diesem Thema veröffentlicht. 1989 bis 1990 stellte er seine Bücher (Natural Relations, Das verschlossene Paradies) in einer reisenden Ausstellung vor. Ein Jahr darauf veröffentlichte er zusammen mit Wolfgang Bauer die Zeitschrift "Integration - Zeitschrift für geistbewegende Pflanzen und Kultur". Insgesamt sind von dieser avantgardistischen Zeitschrift (bis 1996) sechs Auflagen erschienen.

1997 stellte Herman de Vries bei der X. documenta in Kassel aus.
Seit 1970 lebt und arbeitet er in Eschenau/Deutschland.

In seiner Kunst verarbeitet de Vries oft reale, pflanzliche Elemente um die gestörte Beziehung zwischen Mensch und Natur zu verdeutlichen. Er verwendet dabei Materialien, die die Natur ihm bietet. Er bleibt neutraler Beobachter - es geht ihm um konkrete Kritik am Umgang mit der Natur. Bezeichnend für ihn ist, dass er die Kritik nicht aufgrund eines ökologischen Arguments entwickelt, sondern aufgrund einer persönlichen, naiven Liebe zur Natur.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.
  • Herman de Vries - from earth. Städtische Galerie am Markt, Schwäbisch Hall. Hrsg. Isabella Fehle. Schwäbisch Hall 1997.

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