Uhlmann, Hans

geboren 27. November 1900 in Berlin
gestorben 28. Oktober 1975 in Berlin

Den Schwerpunkt von Hans Uhlmanns künstlerischer Arbeit entwickelte sich von Skulpturen aus Draht über Metallplastiken zu geometrischen Figuren aus Eisenelementen. Gleichzeitig entfernte er sich von figürlichen Darstellungen zu Gunsten einer zunehmenden Abstraktion. Eine wichtige Rolle in seinem Oeuvre ab den 1950er Jahren spielt die Kunst im öffentlichen Raum. Gleichzeitig entstand ein umfangreiches zeichnerisches Werk.

In Stuttgart ist Uhlmann mit einem Kunstwerk vertreten.

Hans Uhlmann: Aggression I, 1961Vergrößern
Hans Uhlmann: Aggression I ©Wolfram Janzer

Künstlerische Entwicklung

Hans Uhlmann studierte Maschinenbau und arbeitete bis 1945 als Ingenieur an der Technischen Universität in Berlin und in der Industrie.

Sein künstlerisches Verständnis entwickelte er aus einer Sammlerleidenschaft heraus. In Anlehnung an afrikanische Skulpturen modellierte er 1925 seine ersten Gipsköpfe. Die zeitgenössischen Kunstströmungen lernte er auf Reisen durch Russland und Paris kennen. 1930 hatte er seine erste Ausstellung in der Galerie Gurlitt in Berlin.

Seit den 30er Jahren experimentierte er mit Draht und wurde von den konstruktiven Tendenzen Naum Gabos beeinflusst. Aus Draht und Metall entwickelte er raumoffene Spannungsgefüge aus linearen Formen. Anfangs ahmten die durchsichtigen und offenen Formen-Erfindungen noch Köpfe nach, später wurden daraus spielerische Elemente im Raum.

1933 wurde Uhlmann als Sozialist aus seinem Lehramt der Technischen Hochschule Berlin entlassen. Hans Uhlmann wurde beim Verteilen von antifaschistischen Flugblättern beobachtet und daraufhin bis 1935 inhaftiert. Im Gefängnis entstanden weitere Zeichnungen und Drahtarbeiten.

Uhlmanns Kunstwerke entfernten sich immer weiter vom figürlichen Stil und wandten sich einem zu. Nach dem Krieg gab Hans Uhlmann seinen Ingenieurberuf auf und übernahm die Galerie Gerd Rosen.
1950 wurde er als Professor für Bildhauerei an die Hochschule der Künste in Berlin berufen.

In den 50er Jahren folgten mehrere Großaufträge in Berlin, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen. Hier setzte sich der Künstler intensiv mit dem Thema Freiheit auseinander. In diesem Zusammenhang entstand auch ein umfangreiches Werk exakter systematischer Zeichnungen.

Hans Uhlmann nahm an den drei ersten Documenta-Ausstellungen von 1955, 1959 und 1964 in Kassel teil. Viele seiner späteren Plastiken wurden für den öffentlichen Raum konzipiert.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

Unterthemen

 
 

Mehr zum Thema