Künstlerischer Werdegang
Elmar Daucher studierte nach einer Bildhauerlehre und dem Besuch der Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel von 1952 bis 1955 Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum. Von einer kraftvollen Symbolsprache ausgehend, tendierte Daucher Mitte der 1960er Jahre zu geometrischen, abstrakten Formen. In dieser Zeit konnte er zwei Aufträge für Kunst am Bau in Stuttgart ausführen. Er realisierte ein Relief aus Naturstein (1963) für die Robert-Bosch-Schule in Stuttgart-Zuffenhausen und ein Relief aus Bronze (1965) für das Verwaltungsgebäude der Kfz-Zulassungsstelle in Stuttgart-Feuerbach.
Auf Empfehlung eines Gutachterausschusses wurde Daucher im November 1969 vom Gemeinderat mit der Gestaltung des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus beauftragt. Am 7.September 1970 wurde mit der Aufstellung begonnen, acht Wochen später konnte das Mahnmal, 25 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, am Volkstrauertag eingeweiht werden.
Ab 1974 entstanden in seinem Oggelshausener Atelier "Klangsteine". Diese, in bestimmten Rhythmen eingesägten Steine, können durch Berühren, Anschlagen oder durch Reiben mit der Hand zum Klingen gebracht werden. Um bestimmte Klänge und Tonfolgen zu erzielen, begann Daucher sich intensiv mit den mathematischen Grundlagen der Musik zu beschäftigen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Schwingung und des Klangs von Steinen entwickelte er sich zum virtuosen Spieler auf seinen steinernen Klangskulpturen (
CD , KlangSteine-Steinklänge, Proviva 1990). Ein
Stein zur Meditation (1984) befindet sich in Stuttgart-Degerloch in der Versöhnungskirche.