geboren 28. Oktober 1925 in Naussau/Bahamas
gestorben 27. März 2006
Lanarkshire/Schottland
Ian
Hamilton Finlays
arbeitete nicht nur als Bildender Künstler, sondern auch als Dichter und Dramaturg. In Stuttgart ist er mit einem Großprojekt vertreten, das insgesamt sechs Werke beinhaltet.

Ian Hamilton Finlay: Konkrete Poesie im Garten des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung ©Wolfram JanzerIan Hamilton Finlay: Konkrete Poesie im Garten des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung ©Wolfram Janzer
Künstlerischer Werdegang
Ian Hamilton Finlay verbrachte seine Kindheit und Jugend in
Glasgow/Schottland. Im Alter von 17 Jahren endete seine Schulzeit abrupt, da er 1942 einberufen wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Schafhirte auf den
Orkney-Inseln. Während dieser Zeit befasste er sich intensiv mit Philosophie, vor allem mit der Naturphilosophie der Vorsokratikern.
Ab 1954 schrieb er Kurzgeschichten sowie Theaterstücke für Radio und Fernsehen. 1959 lebte er in
Edinburgh und entfaltete ab 1962 seine Dichtkunst zur konkreten Poesie. Ab 1964 entwickelte sich eine Korrespondenz zwischen
Hamilton und dem Zahnarzt Dr. Hanns Sohm (1921-1999). Sohm sammelte die Drucksachen Finlays, die sich seit 1981 im Archiv Sohm in der Stuttgarter Staatsgalerie befinden.
Der Dichtergarten
Seit 1966 lebte Hamilton zusammen mit seiner Frau Susan auf dem Gehöft
Stonypath bei
Dunsyre in Schottland. Dort hatte er das karge Anwesen in der rauen, baumlosen Moorlandschaft zu einem Dichtergarten nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts umgeformt. Im Laufe der Zeit entstanden komplexe Zusammenhänge zwischen Sprache, Dichtung und Natur. Aber er integrierte nicht nur Texte in den Garten, sondern ab den 1970er Jahren auch militärische Elemente wie Panzer, Flugzeugträger und Kriegsschiffe.
Der Garten diente ihm nicht als Zufluchtsort vor der Welt, sondern ist Zeichen seiner Auseinandersetzung mit der Welt.