Graham, Dan (Daniel Harry)

geboren 31. März 1942 in Urbana/Illionis

Dan Graham arbeitete als Performance - und Installationskünstler, Bildhauer und Photograph. Darüber hinaus machte er sich als Kunst- und Kulturtheoretiker einen Namen. In Stuttgart ist Graham mit einem Kunstwerk, dem Gate of Hope vertreten.

Eine Art Tor in DreiecksformVergrößern
Dan Graham: Gate of hope ©Wolfram Janzer

Vita

Im Alter von 22 Jahren eröffnete Dan Graham zusammen mit Freunden seine erste Galerie. Die in diesem Zusammenhang gemachten Erfahrungen mit dem Kunstbetrieb verarbeitete der US -amerikanische Künstler in seinen ersten Werken: gestaltete Seiten und Beilagen für Magazine und Zeitschriften. Dabei nahm er Gestaltungsprinzipien der Minimal Art auf und brachte, was untypisch für die Minimal Art ist, auch gesellschaftlich relevante Themen zur Sprache.

Konzeptkunst

Bevor Graham mit Pavillons aus Stahlprofilen und Spiegelglas bekannt und international gefragt war, arbeitete er als Konzeptkünstler in verschiedenen Medien: in der Fotografie, mit Printmedien, sogar als Rockmusiker konnte man ihn bestaunen. Graham schrieb Bücher, organisierte Happenings in New York und publizierte als Kunsttheoretiker. Aber es entstanden auch interessante Videoarbeiten mit Zeitversatz, bei denen sich der Betrachter in der Vergangenheit beobachten konnten.

Im Mittelpunkt seiner Performances standen Künstler sowie die anwesenden Besucher. Mit seinen in den 70er Jahren geschaffenen Werken zählt Graham heute zu den Pionieren der Performance - und Videokunst.

Architektur

Ab 1980 wurde die Architektur immer mehr zum Hauptthema seiner künstlerischen Arbeit. Die komplexen Wahrnehmungssituationen seiner Performances übersetzte Graham direkt in die Architektur. Beispiele dafür sind in den gläsernen Pavillons zu sehen. Er plante Konzepte, die sich differenziert mit sozialer Interaktion im öffentlichen Raum auseinandersetzen.

Die Spiegelungen und Durchblicke in seinen Kunstwerken regen die Betrachter zur Selbstreflexion an. Die gläsernen Pavillons sollen innen und außen erfahrbar sein. Sie zeigen dem Betrachter seinen eigenen Körper und sich selbst als wahrnehmendes Subjekt, geben ihm aber auch die Möglichkeit, andere Personen zu beobachten, die wiederum sich selbst wahrnehmen.

Graham in Stuttgart

1989 wurde Dan Graham eingeladen, für die Internationale Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart, eine Kunststation zu realisieren. Er entwarf für den Zugang zum neu gestalteten Leibfriedschen Garten einen gläsernen Pavillon Gate of Hope .

Dan Graham lebt und arbeitet in New York (USA ).

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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