Metzel, Olaf

geboren 1952 in Berlin

Den Schwerpunkt von Olaf Metzels künstlerischer Arbeit bilden Themen aus der gegenwärtigen Wirklichkeit. Seine Arbeiten schlagen inhaltliche Brücken zwischen bestimmten Orten und Stoffen, die mit diesem Ort verbunden sind.

In Stuttgart ist Menzel mit einem Werk vertreten. Außerdem besitzt die Staatsgalerie eine umfangreiche Sammlung seiner Zeichnungen.

Olaf Metzel: Stammheim, 1984Vergrößern
Olaf Metzel: Stammheim ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

Olaf Metzel studierte von 1971 bis 1977 an der FU Berlin Politikwissenschaft und an der Hochschule der Künste in Berlin Bildhauerei. Er war lange Zeit als freier Künstler in Berlin tätig, beteiligte sich an vielen Ausstellungen und erhielt zahlreiche Preise. Seit 1990 ist er Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, deren Rektor er von 1995 bis 1999 war.

Seit den 1970er Jahren stehen seine Arbeiten unter dem künstlerischen Aspekt sich situationistisch auf einen Ort einzulassen. Weder bei den Materialien noch bei seinen Themen lässt er sich festlegen, sondern wird immer wieder von der Wirklichkeit und der Umgebung inspiriert. Er beschäftigt sich mit Beton, Wellblech, Abfalleimern und Glasbausteinen. Zeitweise arbeitet er auch mit Maßstabveränderungen - wie bei seinem Werk Stammheim in Stuttgart.

Deformation und Verwandlung kennzeichneten seine Arbeiten aus den 1980er Jahren. So genannte "Spuren der Gewalt" überziehen viele seiner Werke aus dieser Dekade wie zum Beispiel der Stammheim-Kranz, die Computer-Skulptur oder die Laborprobe.

Metzel und die RAF

Die "Rote Armee Fraktion" (RAF) hat Metzel immer wieder beschäftigt. So schuf er zum Beispiel 2005 die Installation Tegeler Weg im Zusammenhang mit der RAF-Ausstellung in den Berliner KunstWerken.

Sein Interesse galt nicht nur der Organisation RAF, sondern auch der medialen Dynamik dieses Themas. Der wesentliche Aspekt ist dabei die Rolle, die Gewalt in der Gesellschaft und den Medien spielt.

Olaf Metzel macht Unsichtbares sichtbar - seine Werke sind eine Herausforderung an die Zeit. Sie sind aktuell und nicht wiederholbar . Dennoch ist ein Werk wie Stammheim in seiner Zeitbezogenheit eines, das sich permanent selbst aktualisiert.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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