Bertoni, Wander

geboren 11.Oktober 1925 in Codisotto, Emilia-Romagna/Italien

Der Schwerpunkt der Arbeit von Wander Bertoni liegt auf Plastiken mit einer verschlüsselten Bildsprache. Dabei veränderte sich seine Formensprache im Laufe seines Lebens von einem figurativen Stil über eine abstrakte Herangehensweise hin zu einer symbolischen Ästhetik.

Bertoni ist in Stuttgart mit einem seiner ersten veröffentlichten Werke vertreten.

Eine silberne, abstrakte SkulpturVergrößern
Wander Bertoni: Bewegung II (2) ©Wolfram Janzer

Künstlerischer Werdegang

1943 musste der österreichische Bildhauer italienischer Herkunft, Wander Bertoni, seine Heimat Italien verlassen und kam als Zwangsarbeiter nach Wien. Dort nahm er in den Jahren 1946 bis 1952 an der Akademie der Bildenden Künste sein Studium auf; am Ende der Ausbildung wurde er Meisterschüler bei Fritz Wotruba.

1946 war Bertoni Mitbegründer des Art-Club, einer unabhängigen und internationalen Wiener Künstlervereinigung. Bereits 1947 nahm Bertoni an öffentlichen Ausstellungen teil und gewann 1950 seinen ersten Bildhauerpreis für seine Skulpturen im öffentlichen Raum. 1954 und 1956 vertrat er Österreich bei der Biennale in Venedig.

Von 1965 bis 1995 lehrte Bertoni als Professor an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien.

Bertoni lebt in Wien und Winden am See im Burgenland.

Schöpferische Anfänge

Am Anfang der künstlerischen Arbeit von Wander Bertono standen figurative Skulpturen, die seine Beschäftigung mit dem Kubismus zeigen.

Zu Beginn der 1950er Jahre entstanden abstrakte Arbeiten in Holz oder Stein, die durch die neue europäische Plastik (Alexander Archipenko, Constantin Brancusi und Max Bill) angeregt wurden.


In den 1960er Jahren wandte sich Bertoni einer betont inhaltlichen, verschlüsselten Bildsprache zu mit symbolischen, vielschichtigen Formen: ei- und fruchtförmige Gebilde verweisen auf Wachstum und Vergänglichkeit, Säulen dagegen erinnern an Kultobjekte.

Seit Mitte der 1970er Jahre suchte er eine neue Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur. Im Zyklus Indisches Tagebuch (1975-80) verarbeitete er alte religiöse und kultische Vorstellungen.

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

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