Sucht und Drogen - Wohnen

Wohnungslosigkeit

Wohnungsverlust als Folge einer langjährigen Suchtkarriere stellen den Betroffenen meist vor unüberwindbare Hürden. Zur gesundheitlichen und seelischen Not der Sucht kommt die materielle Existenzfrage hinzu. Die Sorge und Angst wie und wo die nächsten Tage und Nächte verbracht werden, sind eine ständige Belastung und Verunsicherung, was wiederum zu verstärktem Suchtmittelmissbrauch führt. Es folgt dann oft ein Pendlerdasein zwischen Hotels, Notunterkünften und Straße.

Für die Lebenssituation nach oder während der Therapie wirken sich instabile Wohnverhältnisse ebenso hemmend aus und können sogar den Rehabilitationsprozess verhindern.

Den Wirkungskreis Wohnungslosigkeit und Sucht aufzulösen, ist daher gemeinsame Aufgabe der Sucht- und Wohnungslosenhilfe. In den letzten Jahren hat sich in Stuttgart ein differenziertes Hilfeangebot entwickelt von Einrichtungen, über Wohngruppen bis zu Betreuungen im Individualwohnraum. Es geht darum, mit den Betroffenen Menschen, ihrer Lebenslage und Perspektive entsprechend, die notwendige Unterbringungs- und Betreuungsform zu finden.

Die im Folgenden beschriebenen Einrichtungen und Dienste geben Ihnen Auskunft über Zugang, Angebot, Leistungen und Kosten der einzelnen Angebote.

Wohnen, Nachsorge und Adaption

Nachsorgemaßnahmen wie die ambulante Betreuung in Wohngemeinschaften und die Adaptionsbehandlung werden im Anschluss an die Entwöhnungsbehandlung in der Klinik angeboten. Hierbei geht es grundsätzlich darum, die Therapieergebnisse innerhalb eines geschützten Raumes unter realen Alltagsbedingungen umzusetzen.

Die Angebote richten sich an Menschen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte und der besonderen Folgen ihrer Abhängigkeit im Anschluss an eine klinische Entwöhnungsbehandlung noch weiterer Maßnahmen bedürfen, die eine berufliche und soziale Wiedereingliederung weitgehend ermöglichen. Aufgrund von langjährigem Suchtmittelmissbrauch, Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Beziehungsarmut, materieller Armut etc. sind vielfältige Hilfestellungen für die Menschen erforderlich.

Adaptionsbehandlung

Die Adaptionsbehandlung ist Teil der medizinischen Rehabilitation und wird auf Antrag von den Rentenversicherungsträgern über Vergütungssätze finanziert. In Stuttgart wird derzeit eine Adaptionsbehandlung im Haus im Süden durchgeführt.

Übergeordnete Ziele sind: Heilung/Besserung der Abhängigkeitserkrankung, Stabilisierung der Abstinenz, Wiederherstellung und Sicherung der Erwerbsfähigkeit, soziale Eingliederung und Verselbstständigung.

Im Mittelpunkt steht bei der Adaption das Arbeitstraining im Sinne einer Belastungsprobe. Die bereits während der klinischen Phase erarbeiteten Ziele werden gegebenenfalls übernommen bzw. weitergeführt und im Hinblick auf die Stabilisierung und Verselbstständigung ergänzt. Als Zeitrahmen für die Adaptionsphase sind drei Monate vorgesehen. Im Einzelfall besteht auf Antrag die Möglichkeit einer Verlängerung um weitere drei Monate.

Autorin: Sabine Pohlner, Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke, -gefährdete und Angehörige, Caritasverband f. Stuttgart e. V.

 
 

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