Sucht- und Drogenhilfe - Therapien - stationär

Was ist stationäre Therapie von Abhängigkeitskranken?

Mit stationärer Therapie sind hier Entwöhnungsbehandlungen für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige gemeint, die auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Therapiekonzepte in Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt werden. Die Dauer variiert individuell von Kurzzeitbehandlungen für Alkoholabhängige (ab 4 Wochen) bis zu Langzeitbehandlungen (für Alkohol- und Medikamentenabhängige bis 16 Wochen; für Drogenabhängige bis zu 6 Monaten).

Ergänzend zum vollstationären Angebot gibt es neuerdings auch teilstationäre (tagesklinische) Behandlungen, die sowohl kombiniert (tagesklinische Beendigung) als auch alternativ angeboten werden können. Als sinnvoll zur Wiedereingliederung in Alltag und Berufsleben erweist sich in vielen Fällen zudem die Kombination von stationären/teilstationären und ambulanten Behandlungsangebot.

Für wen wird sie angeboten?

Stationäre Therapie ist ein Angebot für Abhängigkeitskranke, die suchtmittelfrei leben wollen und dies nicht allein aus eigener Kraft oder mit ambulanter Hilfestellung schaffen. Die Finanzierung muss gesondert beantragt werden (in der Regel über Psychosoziale Beratungsstellen, Betriebs- und Krankenhaussozialdienste) und wird entsprechend den persönlichen Voraussetzungen vom Rentenversicherungsträger, der Krankenkasse oder einem Sozialhilfeträger übernommen.

Umfassendes Ziel

Ziel der stationären Therapie ist die suchtmittelfreie Lebensführung und die Entwicklung eigener, selbstständiger und befriedigender Lebens-, Berufs- und Alltagsbewältigung.

Teilziele

Um dieses sehr hochgesteckte Ziel erreichen zu können, gibt es therapeutisch begleitete Schritte, Phasen, Stufen, Entwicklungen. Es sind Teilziele, die für die meisten Betroffenen allgemein gültig sind:

  • Entwicklung einer realistischen Selbst- und Fremdwahrnehmung (u. a. Zugang zur eigenen Gefühlswelt)
  • Entwicklung eigener Wertschätzung und Ich-Stärke
  • Entwicklung von Konflikt- und Beziehungsfähigkeit (Verzicht auf fassadenhaftes Rollenverhalten)
  • Entwicklung von Eigenverantwortung und Unabhängigkeit
  • Entwicklung von Belastbarkeit und Durchhaltevermögen
  • Loslösung aus der Abhängigkeit von Suchtmitteln und entsprechender Lebensräume (Szene)

Wie?


Abhängigkeit ist umfassend, d.h. sie betrifft den ganzen Menschen in seinem gesamten Erleben. Infolgedessen bezieht sich stationäre Therapie ebenfalls auf den ganzen Menschen in allen Lebensbereichen.

Inhaltlich ist sie demnach oft in drei Schwerpunkte zu gliedern:

  • die Psychotherapie
  • die Arbeitstherapie
  • die Sozialtherapie