Versickerung

Regenwasser, das sich auf befestigten Flächen und Dachflächen sammelt, wird bisher zum größten Teil in die öffentliche Kanalisation abgeleitet. Um diese Situation zu ändern, hat das Umweltministerium Baden-Württemberg 1999 eine Verordnung über die dezentrale Beseitigung von Niederschlagswasser erlassen. Ziel der Verordnung ist es, mehr Niederschlagswasser versickern zu lassen und gleichzeitig Schäden auf dem Grundstück (Vernässung) oder an vorhandenen Gebäuden (zum Beispiel Setzungsschäden, eindringende Feuchtigkeit) zu vermeiden.

Eine Versickerung von Niederschlagswasser ist aus ökologischen Gründen sinnvoll. So wird dadurch verhindert, dass sich der Grundwasserspiegel zu sehr absenkt. Auch die Kläranlagen werden entlastet. Zudem verringert sich die Hochwassergefahr in den Bächen und Flüssen.

Nicht zuletzt hilft eine Versickerung Kosten zu sparen. Nachdem die Abwassergebühren im Stadtgebiet Stuttgart ab dem Jahre 2007 zwischen Schmutzwasser und Niederschlagswasser unterscheiden, können die Abwassergebühren gesenkt werden, wenn ein Teil des Wassers versickert. Ob und wieviel Abwassergebühr tatsächlich eingespart werden kann, hängt von der überbauten bzw. befestigten Grundstücksfläche ab.


Anforderungen

Folgende Punkte sind für eine gefahrlose Versickerung zu berücksichtigen:

  • Es darf nur Niederschlagswasser versickert werden.
  • Die Versickerung darf nur auf dem eigenen Grundstück erfolgen.
  • Um eine schadlose Versickerung sicherzustellen, darf das Niederschlagswasser nur flächenhaft oder in Mulden, mit mindestens 30 cm gewachsenen Boden versickert werden. Die Errichtung eines Sickerschachts ist NICHT zulässig.
  • Das Dachflächenwasser aus Wohn- und Mischgebieten kann auch in Mulden-Rigolen-Elementen versickert werden.

Genehmigungspflicht?

Die Versickerung von Niederschlagswasser ist grundsätzlich erlaubnisfrei.

Problematisch ist allerdings die Versickerung bei Hof- und Dachflächen, die größer als 1.200 qm sind. Bei diesen Flächen ist eine geplante Versickerung vorab beim Amt für Umweltschutz schriftlich anzuzeigen.

Falls Dachflächenwasser innerhalb von Gewerbe- und Industriegebieten oder Sondergebieten mit vergleichbarer Nutzung versickert werden soll, ist hierfür vorab eine wasserrechtliche Erlaubnis beim Amt für Umweltschutz zu beantragen.

In der Zone 1 und 2 von Wasserschutzgebieten sowie bei Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen darf Niederschlagswasser ebenfalls nur mit behördlicher Erlaubnis versickert werden. Diese ist beim Amt für Umweltschutz vorab zu beantragen.

Besonderheiten innerhalb des Heil- und Mineralquellenschutzgebietes

Für die Versickerung innerhalb der Kern- und Innenzone des Heil- und Mineralquellenschutzgebiets ist vorab in jedem Fall eine wasserrechtliche Erlaubnis beim Amt für Umweltschutz zu beantragen.
In der Außenzone hängt es von der Menge des zu versickernden Niederschlagswassers und den Untergrundverhältnissen ab, ob eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich ist.

 
 

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