Mineralbäder (Geschichte)

Dass Mineralwasser genutzt wurde - auch zum Baden - geht bis auf die Römer zurück. Einige Bäder und Badestuben sind aus dem Mittelalter urkundlich belegt. Zahlreiche Quellen aus dieser Zeit berichten von der wohltuenden Wirkung des Mineralwassers. Aus Trinkkuren im späten 18. Jahrhundert und frühen 19. Jahrhundert entwickelten sich Badekuren. Die Blüte des Cannstatter Badewesens fällt jedoch in die Zeit von 1840 bis 1870. Damals war Cannstatt zum renommierten Kurort aufgestiegen; hier traf sich der europäische Hochadel. Doch die zunehmende Industrialisierung verdrängte allmählich die Badegäste und ließ den kurörtlichen Glanz verblassen.

Von den Kur- und Badeeinrichtungen profitierten auch andere Einsatzbereiche von dem unerschöpflich scheinenden Reichtum an Mineralwasser. So wurde zum Beispiel zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert mehr oder weniger erfolgreich versucht, durch Sieden des Wassers Salz zu gewinnen. Ab den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts trieb man mit der Kraft des austretenden Wassers sogar Ölmühlen, Wasserräder und Turbinen an.

Heute nutzen viele Badegäste das salzreiche und mit Kohlensäure angereicherte Mineralwasser in den drei großen Mineralbädern Berg, LEUZE und Cannstatt vor allem zum Erholen, Relaxen und für ihre Gesundheit.

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Cannstatter Badeanstalt 1832. Foto: Stadt Stuttgart