Öffentliche Mineralwasser-Trinkbrunnen
Schon die Römer wussten um die Besonderheiten des Stuttgarter Untergrunds: Sie nutzten die Mineralwasserquellen zum Trinken und zu Heilzwecken. Bis heute sprudelt das kostbare Wasser aus einer Vielzahl von Brunnen.
Übersichtskarte der Mineralwasser Trinkbrunnen in Stuttgart
Die Nummern stehen für folgende Brunnen. Die Links führen zur Orstbestimmung des jeweiligen Trinkbrunnens:
1= Brunnen in der Kellerbrunnengasse
2=
Schreinereibrunnen in der Zaisgasse
3= Brunnen an der Wilhelmsbrücke
4= Brunnen hinter der Stadtkirche
5=
Erbsenbrunnen in der Marktstraße
6= Brunnen in der Badergasse
7=
Jakobsbrunnen Bad Cannstatt
8=
Schiffmannbrunnen
9= Lautenschlägerbrunnen
10=
Gottlieb-Daimler-Quelle (Heilquelle)
11=
Wilhelmsbrunnen 1
12=
Gottlieb-Daimler-Quelle
13= Brunnen am Mühlsteg
14= Leuzequelle im Eingang Mineralbad Leuze
15=
Leuzebrunnen
16= Trinkbrunnen im Eingang Mineralbag Berg, Berger Urquelle
17=
Mühlenbrunnen
18=
Veielbrunnen
19=
Inselebrunnen
Geschichte der Mineralbrunnen
- Die Nutzung des Mineralwassers geht auf die Römerzeit zurück. Sie war ursprünglich an natürliche Quellaustritte gebunden.
- Die gezielte Erschließung des Wasserschatzes setzte 1772/73 unterhalb des Sulzrainhügels mit einer 71,5 Meter tiefen Bohrung ein, die der Salzgewinnung diesen sollte (seit 1844 Wilhelmsbrunnen genannt).
- Die 1932 erforderliche Neufassung war mit der Vertiefung der Bohrung auf 164,4 Meter verbunden. Durch die damals gewählte teleskopartige Verrohrung in einem Bohrloch wurden im Grenzbereich Oberer/Mittlerer Muschelkalk der Wilhelmsbrunnen 1 und im Unterkeuper der Wilhelmsbrunnen 2 gefasst. Aus dieser Dreier-Kombination bezieht das MineralBad Cannstatt sein unterschiedliches Mineralwasser.
- In den Jahren 1973/74 kam noch die Hofrat-Seyffer-Quelle hinzu - eine Bohrung am Rande des Fildergrabens, die in 477 Meter Tiefe im kristallinen Grundgebirge endet und eine Thermalsole erschließt.
- Das Mineralwasser der auf einer Insel im Neckar gelegenen Inselquelle wurde schon 1842 im damaligen Mineralbad Koch genutzt. Im Zuge der Neckar-Kanalisierung musste die Quelle aufgegeben und auf dem LEUZE-Gelände 1929 eine 38 Meter tiefe "Neue Inselquelle" gebohrt werden. Zusammen mit der 1833 in der Klotz´schen Fabrik erschlossenen LEUZE-Quelle bildet sie die betriebliche Grundlage des LEUZE.
- Die 1831/32 abgeteuften fünf Muschelkalk-Bohrungen der Bockshammer´schen Spinnerei dienten zunächst 20 Jahre lang zum Antrieb von Wasserrädern. Aus dieser Anlage ging 1855/56 das "Stuttgarter Mineralbad" hervor - das spätere "Neuner" und heutige Mineralbad Berg.
- Außerdem wird noch eine Reihe anderer Muschelkalkbrunnen für Trink- und Badzwecke genutzt, die ebenfalls auf die Erschließungsaktivität in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgehen.



