Kennzeichen des Stuttgarter Mineralwassers

Das Stuttgarter Mineralwasser hat einen langen unterirdischen Weg hinter sich. Das Quellwasser wird durch versickernde Niederschläge im Gebiet des Oberen Gäus zwischen Gärtringen, Sindelfingen und Renningen neu gebildet. Dort steht der Obere Muschelkalk an der Erdoberfläche an oder ist nur noch mit Keuper in geringer Mächtigkeit bedeckt. So kann das niedergehende Regenwasser rasch in das geklüftete Kalkgestein einsickern. Das neugebildete Karstgrundwasser gelangt in einem Zeitraum von 15 bis 20 Jahren allmählich nach Osten bzw. Nordosten unter dem westlichen Filderraum und dem Stuttgarter Talkessel hindurch nach Bad Cannstatt.

Zunächst weist das Karstgrundwasser, das im Gäu vielerorts zur Trinkwasserversorgung genutzt wird, nur einen geringen Lösungsinhalt auf. Erst ab dem Stuttgarter Talkessel wird es mit gelöstem Calciumsulfat angereichert, zunächst aber nur durch infiltrierende Wässer aus dem überlagernden Gipskeuper. Die für die hochkonzentrierten Bad Cannstatter und Berger Wässer charakteristischen Bestandteile an Natriumchlorid werden dagegen erst im Quellaufstiegsgebiet durch Solewässer aus tieferen Schichten - nämlich aus dem kristallinen Grundgebirge, dem Buntsandstein und dem Mittleren Muschelkalk - zugeführt. Der Aufstieg der Sole wird durch tiefreichende, quer zum Fildergraben verlaufende Störungszonen begünstigt, über die letztlich auch die Kohlensäure in das Mineralwasser gelangt.

Kohlensäureblasen bringen Wasser zum Kochen (Großansicht)Vergrößern
Kohlensäureblasen bringen Wasser zum Kochen. Foto: Stadt Stuttgart

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