Zufluss Neckarkies

Mineralwasser dringt in die Talkiese ein

Im Quellgebiet steigt das Mineralwasser unter artesischem Druck entlang von tektonischen Schwächezonen bis in die Neckartalaue (Talkiese) beziehungsweise bis in den Neckar selbst auf. Die "Mineralwasseraufbrüche" können in den Talkiesen durch hydrochemische Befunde aus mehr als 600 in den quartären Talkies niedergebrachten Bohrungen kenntlich gemacht werden. Typisch für aufsteigendes Mineralwasser sind hohe Gehalte an Natrium, Chlorid und freier Kohlensäure. Die hierfür konstruierten Linien gleicher Konzentration (Isokonzen) machen hydrochemische Anomalien kenntlich. Aus der Isokonzenkarte für Natrium ergeben sich zwölf Anomaliebereiche. Die aufsteigenden Wässer mischen sich mit niedrigkonzentriertem Kiesgrundwasser. Auf der Basis von Mischungsrechnungen ergibt sich der hochkonzentrierte Mineralwasseranteil in allen hydrochemischen Anomalien zu 15 bis 30 l/s.

Die hydrochemischen Anomalien sind vorwiegend an west-ost-verlaufende tektonische Schwächezonen gebunden. Das Zentrum des Aufstiegsgebiets der hochmineralisierten Wässer fällt mit einer Horstruktur zusammen, in welcher der Gipskeuper lokal vollständig abgetragen beziehungsweise nur noch in geringer Restmächtigkeit erhalten ist.

Verteilung der Natriumkonzentration im Grundwasser des NeckarkiesesVergrößern
Grafik: Amt für Umweltschutz