Grundwasserströmung

Regionale Grundwasserströmung im Oberen Muschelkalk

Die Stuttgarter Mineralquellen sind Bestandteil eines regionalen Fließsystems im Karstgrundwasserleiter des Oberen und Mittleren Muschelkalks. Die regionale Grundwasserströmung im Oberen Muschelkalk erfolgt vom Ausstrich des Muschelkalks in den Gäulandschaften zu den Vorflutern im Norden (Enz, Neckar), Osten (Neckar bei Stuttgart) und Südosten (Ammer, oberer Neckar bei Rottenburg). Das Hauptneubildungsgebiet für die Stuttgarter Mineralquellen konzentriert sich auf das Obere Gäu um Sindelfingen, circa 20 km WSW Stuttgart.

Der dargestellte Grundwassergleichenplan gibt nur ein grobes Bild der Strömungsverhältnisse. Detailliertere Betrachtungen der Grundwasserströmung im Muschelkalk sind mit Hilfe mathematischer Strömungsmodelle möglich.
Unter Berücksichtigung der Höhe der jeweiligen Zuflussrate, also des Wasservolumens pro Zeit, das den Mineralquellen aus den verschiedenen Richtungen zuströmt, und der jeweiligen Fließgeschwindigkeit des Grundwassers lassen sich mit den Modellen Gebiete mit großem Grundwasserumsatz von Gebieten mit kleinem Grundwasserumsatz abgrenzen. So ist im Betrachtungsraum der westliche Zustrom mit einem Anteil an der Quellschüttung von mehreren 100 l/s von einem südlichen Zustrom mit nur einigen wenigen Litern zu unterscheiden.

Mit Hilfe des mathematischen Grundwasserströmungsmodells wurde die Fläche ermittelt, aus der 95 Prozent des in den Mineralquellen austretenden Wassers zuströmen. Diese Fläche erstreckt sich vom Aufstiegsgebiet der Quellen nach Westen in Richtung Böblingen-Sindelfingen-Renningen. Der geringe hydraulische Gradient im Fildergraben, der sich nach Süden bis ins Albvorland hinein als markante Depression fortsetzt, wird mit einem geringen Gesamtdurchfluss erklärt. Er ist nach den bestehenden Erkenntnissen für das Stuttgarter Mineralwasser nicht systembestimmend.
Die 95-prozentige Fläche ist Grundlage für die Außengrenze des Quellenschutzgebiets.

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Grafik Grundwasserströmung: Amt für Umweltschutz