Heilquellenschutzgebiet

Das neue Schutzgebiet erstreckt sich mit einer Fläche von 300 Quadratkilometern auf sechs Landkreise. Allein vom Stadtkreis Stuttgart ist nun knapp die Hälfte der Fläche Quellenschutzgebiet. Es konzentriert sich auf die hydrogeologisch sensiblen Bereiche, nämlich auf das Neubildungsgebiet in den Gäuflächen westlich von Stuttgart, auf den direkten Zustrom zu den Mineral- und Heilquellen im Zentrum der Stadt sowie auf das Quellgebiet im Cannstatter Becken (Neckartal) und unteren Nesenbachtal. Das Gesamtgebiet gliedert sich nach qualitativen und quantitativen Schutzkriterien jeweils in die Fassungsbereiche, Kernzone, Innenzone und Außenzone. Die qualitativen und quantitativen Zonen sind in der Begrenzung und Fläche deckungsgleich.

Das Schutzgebietskonzept hat folgende Zielrichtung:

  • Wahrung der natürlichen Schüttung
  • Erhalt des hydrochemischen Charakters und des Kohlensäuregehalts
  • Schutz vor Eintrag anthropogener Stoffe

Dazu formuliert die Verordnung zonenspezifisch abgestufte Bestimmungen (Beschränkungen, Verbote und zusätzliche Anforderungen), die über die Anforderungen zum "normalen" Grundwasserschutz hinausgehen. Dazu gehören Regelungen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, zu Grundwasserentnahmen sowie zur Tiefenreichweite baulicher Eingriffe.

Mit der Ausweisung eines Schutzgebiets und der Formulierung einer Rechtsverordnung genießen die Heilquellen einen wirksamen Schutz in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Dieses Ziel zu erreichen, war nicht einfach, da die traditionsreichen Bad Cannstatter und Berger Quellen mitten im dicht besiedelten "Herzen" einer Großstadt entspringen. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich auf einen wirtschaftlichen Ballungsraum mit etwa siebentausend Industrie- und Gewerbegebieten, in dem 1,5 Millionen Menschen leben. Insofern ist mit dem Schutzgebiet und seinem fachlichen Ansatz ein schwieriger Spagat gelungen, der den Belangen des Heilquellenschutzes und der Stuttgarter Bäderkultur einen gleichrangigen Stellenwert gegenüber anderen bedeutenden Interessen wie Wirtschaft, Arbeitsplätzen und Stadtentwicklung einräumt.

Die Wasserwirtschaft hat zusammen mit der Stadt Stuttgart einen über 50 Jahre währenden Prozess erfolgreich beendet. Stuttgart hat mit dem vorliegenden Quellenschutzgebiet ein erstrangiges Ziel der kommunalen Umweltpolitik erreicht - ein wichtiges Signal in einer Zeit, in der in Stuttgart richtungsweisende Großprojekte in "Sichtweite" der Heilquellen und mit bisher nicht da gewesenen baulichen Eingriffen realisiert werden sollen.

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Schnitt durch das Heilquellenschutzgebiet
Staatlich anerkannte Heilquellen Stuttgart Bad Cannstatt und BergVergrößern
Staatlich anerkannte Heilquellen Stuttgart Bad Cannstatt und Berg. Grafiken: Stadt Stuttgart

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